Ade 2015.

Vorherrschendes Gefühl für 2016?
Aufregung. Ja, aktuell bin ich ziemlich aufgeregt, wenn ich an das denke, was die nächsten Wochen und Monate vor mir liegt. Ich werde, wenn denn alles gut geht, 2016 meinen Bachelor machen, es fehlen nur noch wenige Prüfungsleistungen und meine Abschlussarbeit, die ich irgendwann im Juli abgeben muss. Ich habe, so wie es aussieht, eine Vollzeitfestanstellung in Aussicht und muss mich nur noch entscheiden, ob ich das will (vieles spricht dafür, oh ja). Und auch ansonsten gibt es viele Meilensteine, auf die ich mich freue, viele Projekte, an denen ich mitarbeiten werde, viele Fragen, deren Antworten ich aktuell (noch?) suche. Und einige Fragen, die ich mir aktuell noch gar nicht stelle, aber irgendwann im Verlaufe des Jahres schon.
Ich will mehr von 2016, als ich von den vergangenen beiden Jahren wollte und ich hoffe, dass dieses Wollen mich nicht lähmen, sondern An- und Auftrieb erzeugen wird. Vor allem, weil ich aktuell eigentlich nur weiß, dass ich will und nicht was.

2015 zum ersten Mal getan?
Für den Bundesvorstand der Grünen Jugend kandidiert und gewählt worden. „Nächstes Jahr bin ich mit dem Studium fertig“ gesagt. Eine unbefristete Teilzeitstelle angenommen. Einen ganzen Sommer durchgearbeitet, sogar ohne es ätzend zu finden. Ein Kind eingewöhnt (wie toll und aufregend das war!). Eine große Weiterbildung begonnen, zur Familienbegleitung bei der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung, als einzige Nicht-Mutter. Eine Ausbildung zur Tagespflegeperson gemacht, ebenfalls als einzige Teilnehmerin ohne Kinder. Einfach gemacht.

2015 (nach langer Zeit) wieder getan?
Politisch (aktiv) engagiert. Meine Online-Reichweite massiv vergrößert. Gefühlt mehr gelesen, wenn auch viele Fachbücher und somit nicht nur zur Zerstreuung. Auf das Wesentliche konzentriert.

2015 leider gar nicht getan?
Urlaub, nicht nur nicht verreist, sondern auch quasi nie völlig frei gehabt (außer Ostern und Weihnachten). Mehr Kontinuität geschaffen (was wichtig gewesen wäre und irgendwie auf der ungeschriebenen Agenda für 2016 steht). Komplett losgelassen.

2015 glücklicherweise gar nicht getan?
Bereut, Menschen verloren, kolossal gescheitert.

Wort des Jahres?
Umzug. (Im Mai und im Oktober. Und nächstes Jahr wieder, bestimmt.)

Zugenommen oder abgenommen?
Im Februar dank zwei Wochen heftiger Grippe abgenommen, danach alles wie immer und glücklich nicht gewogen.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr, weil ich so oft auf dem Weg irgendwo hin war, dass Bewegung unumgänglich war. Mein Alltag ist mein Sport!

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Der hirnrissigste Plan?
Parallel Bundesvorstand, Bachelorarbeit und Kitajob wuppen wollen. Wer näht mir für 2016 ein Superheldinnenkostüm? (Bisher klappt es aber ganz gut, denke ich.)

Stadt des Jahres?
Offenbach am Main. (Oder auch liebevoll Hafti-Town genannt.) Völlig spontan hingezogen, obwohl alle davon abrieten, und bis heute nicht bereut. Ansonsten: Berlin. Immer wieder.

Alkoholexzesse?
Mhm.

Haare länger oder kürzer?
Kürzer. Im Sommer spontan von einigen Zentimeter Kopfhaar und mich danach überraschend ganz gut gefühlt.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Noch kurzsichtiger – inklusive neuer Brille. In Bezug auf Entscheiden mal kurz- und mal weitsichtig gewesen und damit ganz gut gelebt.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Gefühlt weniger, aber vermutlich ist das geflunkert. Auf jeden Fall habe ich weniger Geld für „Kram & Plunder“ ausgegeben, dafür aber viel in mich investiert. In eine teure Weiterbildung, die sich vermutlich erst 2017 so richtig auszahlen wird, weil ich aktuell gar keine Zeit habe, damit zu beginnen, mir ein zweites Standbein als Kursleistung aufzubauen. Ansonsten bin ich einige monatlichen Verpflichtungen, von Gewerkschaftsmitgliedschaft über Streamingdienste bis hin zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist alles dabei, eingegangen, die sich aber alle früher oder später auszahlen (werden). Fühlt sich gut an, ist nicht günstig, aber dafür habe ich auch 2015 so viel verdient wie nie zuvor und ein solides Fundament für persönliche Finanzkrisen. Außerdem weiterhin in fabelhafte Konzerte investiert, auch schon vorfreudig für 2016. Nicht zu vergessen: So gut gegessen wie nie und es mir geleistet, seit Monaten nicht mehr im Discounter einkaufen zu müssen. Das darf alles so bleiben.

Verliebt?
Nö.

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Getränk des Jahres?
ChariTea für ziemlich toll befunden.

Essen des Jahres?
Wenn hier schon wieder Lasagne steht, dann ist das vermutlich langweilig, also: Pizza. (4 Jahre vegan, hurra.)

Am häufigsten angerufen?
In den letzten Wochen habe ich viele Stunden Lebenszeit in Telefonkonferenzen verbracht, vorher immer mal wieder mit anderen Herzensmenschen. Allgemein gemerkt, dass Telefonieren ein Kommunikationsweg ist, den ich häufiger nutzen möchte.

Die schönste Zeit verbracht mit?
Genau wie letztes Jahr: Meiner Mama, meinen Lieblingsmädchen und vielen tollen Kindern und Kolleg*innen.

Die meiste Zeit verbracht mit?
Mit mir selbst und dabei unterwegs gewesen. Wenn man immer auf dem Sprung ist, verbringt man mit allen Menschen circa gleich viel (oder: wenig) Zeit und demnach die meiste Zeit mit sich selbst. Das war nicht nur ziemlich okay, sondern auch ziemlich toll. 2015 hat dazu geführt, dass ich mich mir noch mehr aussöhnen konnte und mich künftig noch besser auf mich selbst verlassen kann.

Musik des Jahres?
Enno Bunger, Feine Sahne Fischfilet und AnnenMayKantereit. Viel gehört, sehr geliebt, 2/3 live gesehen.

Buch des Jahres?
Ich habe zwar gar nicht mal so wenig gelesen, wie ich dachte (eBooks sei Dank), aber ein absolutes Highlightbuch? Mhm. Fachbuchmäßig hat mich „artgerecht – Das andere Baby-Buch“, das achtsam für Attachement Parenting wirbt, in den letzten Tagen des Jahres noch ziemlich bewegt und beschäftigt, ansonsten fand ich „Girl on the Train“ von Paula Hawkins sehr spannend und war extrem ergriffen von „Meine Sonne, mein Mond, meine Sterne“ von Alexa von Heyden. Lesemäßig ist 2016 aber auf jeden Fall noch Luft nach oben.

Konzert(e) des Jahres?
Ich fand Enno Bunger sehr sehr großartig (der ist, neben toller Musik, auch noch witzig und macht sich für Flüchtlinge stark!). Und als ich AnnenMayKantereit auf dem Appletree zum ersten Mal live sah, hatte ich bei dem Song „..“ Tränen in den Augen. Ich freue mich unbändig auf ihr erstes Album, das kommenden März erscheinen wird.

TV-Serie des Jahres?
Jessica Jones, Quantico, Call the Midwife und aktuell wieder How To Get Away with Murder. Ansonsten endlich mit Friends begonnen (ich verstehe jetzt endlich, warum Menschen mich mit Monica vergleichen…) und viel (sehr gerne) zum x-ten Mal gesehen. Insgesamt im letzten Jahresdrittel wieder mehr Serien geschaut und sehr genossen.

Film des Jahres?
„Das Fremde in mir“, den ich im Rahmen einer Schulung sah und der mich immer noch beschäftigt.

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Erkenntnis des Jahres?
Wenn ich weiß, was nächste Woche ist, ist das eigentlich schon eine ganze Menge Gewissheit. Alles danach ist optional.

Herzensangelegenheit?
Verkürzt: Hebammenrettung, Verbesserung der Situation von Refugees und allgemein die Aufwertung von Care Arbeit. Und, wie 2014 für 2015 gewünscht, durch mein wiederaufgenommenes Engagement in der Grünen Jugend auch in aktivistischer Form. Persönlich versucht, mehr Zeit mit Herzensmenschen zu verbringen (was spätestens ab Spätsommer mäßig klappte) und noch mehr Dinge wegzugeben, die mich belasten und andernorts besser aufgehoben wären (wofür irgendwie auch immer etwas die Zeit fehlte).

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Eigentlich war wenig wirklich zum Abgewöhnen in 2015. Ich hätte mir ein wenig mehr Ruhe in meinem persönlichen Umfeld gewünscht, aber das hat sich inzwischen so weit eingependelt, dass mir klar ist, auf wen ich mich verlassen kann und möchte und auf wen nicht, was auch sehr wertvoll ist. Die Grippe im Februar war zum Kotzen, genau wie die Sommergrippe ein paar Monate später, aber ich feiere meinen Körper ein wenig dafür, dass er mir immer hohes Fieber beschert, das – außer bei echter Grippe – dafür sorgt, dass es mir relativ schnell besser geht. Und auf den ganzen Hass hätte ich gut und gerne verzichten können, auf den Hass, der im Internet tobt, auf den Straßen, vor den Flüchtlingsunterkünften. Ich wünschte, die Menschen würden aufhören zu hassen.

Schönste/s Ereignis/se?
Unglaublich viel Bestärkung erhalten, auch so vielen Ebenen und immer wieder. Für meine Texte, für mein Engagement, für mein Ich-Sein. Wir sollten alle mehr Komplimente, mehr Bestärken, mehr starke Netzwerke bilden, in denen wir uns wertgeschätzt und unterstützt fühlen. 2015 hatte ich jedenfalls schon das Gefühl, Teil eines solchen Netzwerks geworden zu sein.

2015 mit einem Wort?
Anlauf.

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