Eine Kindheit ohne Bücher? Niemals.

Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. – Astrid Lindgren

Wenn ich an meine Kindheit denke, dann denke ich an: Bücher! Sie waren ü-ber-all! Meine Mutter erzählt gerne, wie achtsam ich bereits als Kleinkind mit Büchern umgegangen sei und wie oft ich sie genötigt hätte, mir stundenlang vorzulesen. Was sie auch tat, sogar noch, als ich selbst längst lesen konnte. Wenn ich aus dem Kindergarten und später aus der Grundschule kam, haben wir gegessen und danach hat sie mir vorgelesen (in den ersten Schuljahren, nachdem ich die Hausaufgaben erledigt hatte). Die Liebe zu Wörtern, die habe ich von ihr, auch wenn sie selbst nicht schreibt und auch deutlich pragmatischere Literatur als ich bevorzugt: In den Regalen meiner Mutter finden sich unzählige kriminologische Sachbücher und Fallbeschreibungen, sollte ich jemals den perfekten Mord begehen wollen, wende ich mich zwecks Planung und Durchführung vertrauensvoll an sie. Natürlich gibt es Dinge, die ich anders machen möchte, wenn ich selbst Kinder habe – vor allem wünsche ich mir einen aktiveren Vater für diese, aber das ist ein ganz anderes Kapitel -, aber Bücher, das steht fest, will ich genauso aktiv in unseren Alltag einbinden, wie es meine Mutter bei mir getan hat. Gerne erzählt meine Mutter die Geschichte, wo die Buchhändlerin ihres Vertrauens sie fragte: „Und, Frau von Lilienthal, was machen Sie mit den ganzen Büchern, wenn Ihre Tochter eines Tages gar nichts mit ihren Büchern anfangen kann?“ Meine Mutter hat gelacht und „Das kann ich mir nicht vorstellen – und falls es doch dazu kommt, dann lese ich sie eben!“ gesagt. Meine Mutter sollte recht behalten, auch wenn ich in den letzten Jahren viel zu wenig gelesen habe. Irgendwie ist meine Konzentrationsfähigkeit im Moment eher ein Fähnchen im Wind, ich hoffe darauf, mal ein wenig mehr Lesemuße zu finden, wenn ich mit dem Studieren durch bin.

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Dieses wundervolle Buch ist mir vor einiger Zeit in den Briefkasten geflattert. „Das Bilderbuch-Buch – Sprache, Kreativität und Emotionen in der Kita fördern“ von Timm Albers, Professor für inklusive Pädagogik an der Universität Paderborn, ist das perfekte Werk, wenn man Bilderbücher reflektiert im Kita-Alltag zur Anwendung bringen möchte. Auf 136 Seiten beschäftigt er sich mit allem Rund um die fabelhafte Welt der Bilderbücher: Mit ihrer Bedeutung, dem Begriff Literacy, Bilderbüchern im Alltersverlauf, Sprache, Zweitspracherwerb, Kognition, sozialer und emotionaler Entwicklung, Werten, Interaktion mit Bilderbücher, der Einbindung von Eltern und vor allem immer wieder mit zahlreichen Praxistipps, die einen zu einer geschulteren Vorleserin machen.

Kurzer Einschub: Literacy (selten auch ins Deutsche übersetzt als Literalität) umschreibt als Oberbegriff eine Vielzahl an Kompetenzen: Die Freude am Lesen, die Auseinandersetzung mit Texten und Geschichten, den Umgang mit Büchern, sprachliche und narrative Fähigkeiten, Deutung von Symbolen und Bildern sowie den Umgang mit neuen Medien Notebooks, Tablets, Internet oder dem Fernsehen.

Die Buchtipps sind vielfältig und verschieden sortiert: Zum einen nach Altersgruppen, aber auch nach Themen, die an den Entwicklungsaufgaben von Kindern orientiert sind. Einige Bücher kenne und schätze ich aus der Praxis: Etwa ‚Pippi findet einen Spunk‘, das unglaublich schön Kindern (und Erwachsenen!) vermittelt, wie Worten Bedeutungen zugeschrieben werden. Auch „Der Grüffelo“ darf nicht fehlen, eines der schönsten Mutmach-Bücher überhaupt. ‚Die kleine Raupe Nimmersatt‘ und ‚Der Regenbogenfisch‘ dürfen natürlich auch nicht fehlen. Gefallen hat mir außerdem, dass nicht nur Bücher aus dem Beltz-Verlag vorgestellt werden, sondern über den Tellerrand geschaut wird und auch einige Bücher aus anderen Verlagen Berücksichtigung finden, obschon eine Vielzahl der Beispiele natürlich bei Beltz erschienen sind. Ich persönlich finde das nicht weiter schlimm, da ich das Verlagsprogramm wirklich sehr schön und vielfältig finde und es steht einem schließlich frei, nach der Lektüre das Buches auf die Suche nach vielen weiteren Buchbeispielen zu gehen, die dann gut und gerne auch in anderen Verlagen erschienen sein können.

„Das Bilderbuch-Buch“ hat mir viel neues Rüstzeug für die Praxis mit auf den Weg gegeben und ich freue mich darauf, gerade auch im Krippenbereich, den Außenstehende immer noch nicht so richtig als Bildungsbereich, in dem Bücher bereits eine immens wichtige Rolle spielen, wahrnehmen, mein theoretisches Wissen praktisch zu überprüfen.

Vielen Dank an den Beltz-Verlag für das Leseexemplar.

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1 Comment

  1. Boah! Ohne Bücher geht gaaaarnicht. Und ich gebe es zu – einen Teil der Kinderbücher kaufe ich sogar für mich, weil ich sie so toll finde. Wir haben klassische Märchen neben den Olchis und dem Grüffelo genauso wie Pippi Langstrumpf und die 3 ???…und so könnte ich die Reihe noch endlos fortsetzen.
    Und als es letztes Jahr ans „Aufräumen und Trennen“ ging, konnte ich mich nur sehr schwer von ca 2 Kisten Kinderbüchern trennen. Nun gut – jetzt sind sie in der Kita von Mini-Me und manchmal sehe ich sogar noch ein Exemplar von uns…das ist alles viel viel besser als wegwerfen…in diesem Sinne…ein Hoch auf die Bücher!

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