Ade 2014.

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Vorherrschendes Gefühl für 2015?
Vorfreude, Neugier, aber auch: planbefreite Gelassenheit. Von 2014, so schrieb ich an dieser Stelle vor einem Jahr, erwartete ich „keine allzu großen Sprünge“ und glaubte genau deswegen, dass es ein Jahr sein würde, „das mich überraschen wird“. Wie richtig ich doch damit lag. 2014 hat mich so oft überrascht, dass ich 2015 ziemlich ähnlich angehen möchte. Ich will mich in 2015 einfach nur wohlfühlen, meinen Weg weitergehen und mir die Zeit nehmen, um diese beiden Faktoren konstant zu ermöglichen. Kurz: Ein paar Bauchwehfaktoren so gut es geht in Kisten packen und auf eine Reise schicken, die keine Rücksendeadresse kennt.

2014 zum ersten Mal getan?
Ganz alleine gewohnt, in meiner ersten eigenen richtigen Wohnung (und so, so froh darüber, diesen Schritt gegangen zu sein). Das dritte Semester eines Studiums erreicht. Mehrere Tage vor einer großen Gruppe Menschen gesprochen und dabei unglaublichen Spaß gehabt. Mich für eine Weiterbildung angemeldet, die mich auch dazu befähigt, kompetent vor Leuten (werdenden und jungen Eltern!) zu sprechen. Im Krippenbereich gearbeitet. Ein paar Tage einfach so in Berlin gewesen (und verliebter in Berlin denn je). Nicht lange nachgedacht und mich getraut – so Vieles und für mich Wichtiges!

2014 (nach langer Zeit) wieder getan?
Mehr in mir geruht. Reduziert (Besitz, Online-Zeit, Zwischenmenschliches). Einen regelmäßigen Schlafrhythmus entwickelt. Mehr gebloggt.

2014 leider gar nicht getan?
Mit Rucksack, Zelt und leichtem Kopf gereist (vielleicht nächstes Jahr?). Zwar wieder mehr geschrieben, aber gefühlt immer noch zu wenig. Auch mehr gelesen, aber wenig, das nicht ein bisschen zu sehr das Label „Trash“ verdient. Einige Herzensmenschen gesehen, die ich gerne in meine Arme geschlossen hätte.

2014 glücklicherweise gar nicht getan?
Kompromisse gemacht, die mehr mein Kompromiss, als ein gemeinsamer gewesen wären.

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Wort des Jahres?
Wachstumsschmerz.

Zugenommen oder abgenommen?
Die Hosen passen noch. Das mit dem Wiegen habe ich beschlossen künftig sein zu lassen.

Der verrückteste Plan?
Drei Weiterbildungen in drei Jahren.

Stadt des Jahres?
Berlin. (Bei jedem Besuch eine leise „Ach, eigentlich muss ich hier doch mal ein paar Jahre leben“-Stimme in meinem Kopf. Dieser vielleicht nachgehen, 2016.)

Alkoholexzesse?
Nö.

Haare länger oder kürzer?
Länger, aber immer noch weit von der Wunschlänge entfernt. (Immer mal wieder der Gedanke, sie einfach abzuschneiden könnte auch eine Lösung sein.)

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Kurzsichtig wie eh und je. Ansonsten aber um einiges weitsichtiger.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger, vor allem in der zweiten Hälfte des Jahres. Seitdem eigentlich nur noch für gutes Essen und die Nutzung von Transportmitteln. Außerdem, obligatorisch: Festivaltickets. Ansonsten aber sehr überlegt in wenig investiert (neue Winterschuhe etwa, die mich bei jedem Tragen glücklich machen).

Verliebt?
Och..

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Getränk des Jahres?
Latte Macchiato mit aufgeschäumter Mandel- oder Sojamilch.

Essen des Jahres?
Lasagne, schon wieder – Lasagne ist mein Wallfahrtsort. Und Sojageschnetzeltes für mich entdeckt. (3 Jahre vegan, juhu.)

Am häufigsten angerufen?
Meine Mama und meine Chefin (häufig meint hier vielleicht zwei oder drei Mal im Monat, ich telefoniere wirklich wenig). Ansonsten wieder viel dafür getan, Herzensmenschen persönlich zu sehen oder ihnen Liebesbekundungen bei WhatsApp zukommen lassen.

Die schönste Zeit verbracht mit?
Meiner Mama, meinen Lieblingsmädchen und den vielen tollen Kindern, die ich Dank meiner Arbeit ein Stück ihres Weges begleiten durfte.

Die meiste Zeit verbracht mit?
Meiner Mama (ja, ich gebe es ja schon zu: ich bin ein Mamakind, kommt damit klar) und mit M., die stets mein Essen lobte (und beim Zerkleinern der Zutaten half), mit mir über Studienbedingungen jammerte und jeden meiner „Es ist alles so furchtbar, ich werde exmatrikuliert, ich werde im Auto wohnen müssen“-Rants und meine „DU GLAUBST GAR NICHT WIE TOLL DAS LEBEN GERADE IST“-Euphorie-Hysterie klaglos ertrug.

Musik des Jahres?
Wenig Neues entdeckt. Viel Altes gehört. Mich am neuen Kraftklubalbum erfreut. Ansonsten mal wieder über Kettkar und Gisbert zu Knyphausen gestolpert.

Buch des Jahres?
Dass ich hier ziemlich lange überlegen musste, ist wirklich traurig und sagt viel über mein Leseverhalten 2014 aus. Ich fand „Der 13. Brief“ von Lucie Klassen ziemlich gut und gerade lese ich „Meine Sonne. Mein Mond. Meine Sterne.: Das Leben nach der großen Liebe“ von Alexa von Heyden, das, so kann ich jetzt schon verraten, ziemlich viel Lieblingsbuchpotenzial hat. Oh, und „Bis zum Ende der Nacht“ von Bettina Belitz hat mich ebenfalls sehr berührt, auch wenn Ronja und Jan alles andere als einfache Charaktere waren.

Konzert(e) des Jahres?
Auf einem einzelnen Konzert war ich dieses Jahr gar nicht. Ziemlich glücklich hat mich im Mai aber The National auf dem Maifeld Derby gemacht. Ansonsten habe ich auf dem Appletree Garden Festival, bei dem wir dieses Jahr im Schlamm ersoffen (ein Traktor musste mein Auto vom Gelände ziehen, davon zehre ich noch immer) Findlay für mich entdeckt und glückliche Tage auf dem vielleicht schönsten Festival der Welt verbracht.

TV-Serie des Jahres?
Ziemlich begeistert worden von How To Get Away with Murder. Ansonsten kaum Zeit für (neue) Serien gehabt.

Film des Jahres?
Der dritte “Tribute von Panem”-Teil und, gleich zweimal, im Kino in Tränen aufgelöst worden von “Das Schicksal ist ein mieser Verräter”.

Erkenntnis des Jahres?
Nicht zweifeln, nicht hardern, nicht die Schritte nach dem ersten Schritt, der noch gar nicht gegangen wurde, durchplanen – einfach machen. Verrückt, aber: Es zahlt sich aus!

Herzensangelegenheit?
Auf Missstände aufmerksam machen. (Leider eher durch das Lesen und Teilen von Artikeln, als durch Aktionen. Hoffentlich 2015 auch mal wieder in aktivistischer Form.) Kindern und anderen Herzensmenschen ein Anker sein. Aufräumen – mich, mein Leben, mein Umfeld.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Darauf, zu merken, wie man sich von Menschen entfernt – und hin und her gerissen ist, ob dieses Realisieren einer Klärung bedarf (die vielleicht einem klaren Schlussstrich gleichkäme) oder ob man einfach abwarten, der Entfremdung beobachtend beiwohnen soll, bis man einander fast als Fremde bezeichnen würde. Ätzende Streptokokken, die mich im Frühling für eine Weile lahmgelegt haben und Dank derer ich ein paar Tage kaum Sprechen und Schlucken konnte. Studienhickhack, der viel mit inneren Strukturen, Organisation und Machtverhältnissen zu tun hatte und mich teilweise so wütend machte, dass ich relativ froh bin, zum einen keinen Master machen zu müssen, zum anderen aber auch erstmal keinen machen zu wollen.

Schönste/s Ereignis/se?
Nichts für die Ohren und Augen des Internets – und vermutlich genau deswegen so schön.

2014 mit einem Wort?
Erweckend.

(Bilder via Olin Gilbert , Lauren Rushing und lunaspin.)

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