Ahoi Semester 3.

Es ist etwas eingetreten, was bisher so noch nicht dagewesen ist: Ich bin seit Montag stolze Drittsemesterin. (Obwohl auf dem Papier jetzt irgendwas von 5. Hochschulsemester steht und ich eigentlich meine Bachelorarbeit schreiben müsste, aber das ignorieren wir mal geflissentlich!) Die erste Uniwoche war lang und alles andere als unstressig, da ich dieses Semester so ambitioniert bin, dass ich dermaßen viele Veranstaltungen vorgezogen habe und quasi in diesem für mich 3. Fachsemester das 5. gleich mitstudiere. Die Gründe dafür sind recht persönlicher Natur, stehen aber primär damit in Verbindung, dass ich einfach den Wunsch verspüre, mich so schnell wie möglich von den ganzen Uni-Zwängen und der Unzufriedenheit, die ich oft aufgrund absurd schlechter Studienbedingungen verspüre, zu lösen. Inhaltlich wird es, jetzt, wo das Grundstudium quasi geschafft ist, zwar endlich spannender und praxisnaher, aber das ändert nichts daran, dass ich mich mit meinem Studienfach von der Uni immer noch ziemlich stiefkindlich behandelt fühle und die Strukturen des Fachbereichs echt anstrengend sind. Wenn alles so läuft, wie ich mir das aktuell vorstelle, kann es gut sein, dass ich im 5. Semester nur noch ein Blockseminar habe und dann einzig und allein mit meiner Bachelorarbeit beschäftigt sein und arbeiten werde. (Wie immer: Gedrückte Daumen finde ich sehr knorke!)

Arbeiten ist ein gutes Stichwort: Ich war letzten Mittwoch zu einem Vorstellungsgespräch in Frankfurt eingeladen und habe gleich die Zusage erhalten, dass ich ab dem 1.1. als studentische Ergänzungskraft das Team einer zu dem Zeitpunkt komplett neu eröffnenden Krippe mit 20 Kindern verstärken werde. Unbefristet! Mit auf den ersten Blick sehr netten Kolleginnen und ohne großen Träger im Hintergrund, da die Leiterin, eine Absolventin meines Frühpädagogik-Studiengangs, die Krippe selbst eröffnet und alles über einen Verein läuft. Ich freue mich wirklich sehr auf diese Chance, da ich persönlich von Tag zu Tag sicherer weiß, dass ich primär in den U3-Bereich möchte und Selbstständigkeit natürlich auch immer etwas ist, womit ich liebäugele. (Auch wenn einem bei den ganzen Hürden, der Bürokratie und den immensen Vorgaben ein wenig schlecht wird!) Besonders glücklich bin ich über diesen neuen Job auch, da er ein großes Maß an Mitgestaltungsmöglichkeit und Freiheit mit sich bringt (ganz junge, neue Einrichtung, kein großer, steifer Träger im Rücken, offene, junge Mitarbeiterinnen…). Ja, ich gerate vor lauter Vorfreude ein bisschen ins Schwärmen, auch wenn ich Dank aktueller Bahnstreiks schon etwas nervös dem Pendeln entgegenblicke, besonders auch im Winter. Ich brauche nur knapp 50 Minuten bis zur Einrichtung, aber was da alles schiefgehen kann, weiß jeder, der regelmäßig mit den Öffis kämpft. Aktuell vorgesehen sind 10 Stunden pro Woche, anders wäre es auch gar nicht mit meinem Stundenplan vereinbar gewesen. Da in Frankfurt immenser Fachkräftemangel herrscht, habe ich aber ehrlich gesagt immer ein bisschen „Angst“, früher oder später komplett von der Stadt absorbiert zu werden…

Was sonst noch so los war? Ich war Mentorin für die neuen Erstsemester. Spannend war das, mich eine Woche lang vor eine Gruppe Erwachsene zu stellen und zu erklären, wie das mit dem Studieren so funktioniert. Vor allem, weil ich mich ziemlich genau daran erinnern konnte, vor genau einem Jahr auf der anderen Seite gesessen zu haben. Die Aufregung und Vorfreude, die ich ob des Studienbeginns empfunden habe. Aber auch die kleine besorgte Stimme in meinem Kopf, die sich fragte, was wohl passieren würde, wenn das hier noch einmal absolut unpassend für mich wäre. (Eigentlich war ich so gut auf meinen Neuanfang vorbereitet, dass das nicht im Rahmen des Möglichen lag, aber man kann ja nie so genau wissen…) Die Idee, vielleicht mal Fortbildungen für Erzieher*innen geben zu wollen, wenn ich etwas mehr Praxiserfahrung habe, hat sich definitiv gefestigt. Vor allem auch, weil ich so unglaublich tolles Feedback von meiner Gruppe bekommen habe (spontanes Klatschen, als ich in der Abschlussrunde erzählt habe, dass ich noch nie vor einer größeren Gruppe gesprochen habe – für geduldig, kompetent und engagiert wurde ich auch noch gehalten und mein Einhornpullover und meine bunten Röcke sorgten auch für unvorhergesehene Begeisterung ❤ ) Außerdem finde ich es extrem schön, mit "meinen" Erstis kurz zu quatschen, wenn ich sie im Bus, an der Uni oder sogar in Veranstaltungen treffe. Fürs tiefere Verständnis von Studienstrukturen war die Vorbereitung auf die Einführungswoche auch klasse, da man sich noch einmal alle Hierarchien an der Uni verdeutlicht und sich auch den Studienverlaufsplan erneut vergegenwärtigt. Auf diese Art und Weise habe ich eigentlich erkannt, wie viel ich so vorziehen kann, um Zeit zu sparen…

Ein anderes großes Thema ist natürlich auch immer noch das Aussortieren, das zwar gefühlt durch Zeitmangel gerade etwas stagniert, aber es vergeht keine Woche, in der ich mich nicht zumindest von einer handvoll Dinge trenne oder diese eine sinnvolle neue Aufgabe in meinem Leben finden oder zumindest einen provisorischen Platz, an dem sie mir nicht unnötig auf die Nerven gehen, bis ich beschlossen habe, wie ich weiter mit ihnen verfahren will. Mein vorläufiges Ziel ist es, bis zum nächsten Herbst so weit es geht fertig zu werden mit allem, da ich nicht davon ausgehe, parallel zum dritten und vierten Semester zwei, drei bitter nötige Wochen am Stück für diese Projekt freischaufeln zu können. Vielleicht tut es mir auch ganz gut, kontinuierlich daran zu arbeiten, als einmal übereilt und kopflos Tabula rasa zu machen. Was aber definitiv für bald auf dem Programm steht: Bücher und Bekleidung an zwei wohltätige Vereine spenden.

Wenn es also hier und da in meinem Teil der Internet-Hood ein bisschen stiller um mich wird, dann hat das nichts damit zu tun, dass ich keine Lust mehr habe (sieht man vom Instagram-Selfie-Wahn hab, auf den habe ich tatsächlich keinen Bock mehr!) oder mich irgendjemand für irgendeine dubiose Kriminalität eingebuchtet hat, sondern eher damit, dass ich wenig bis keine Zeit für Lust habe. Ich ersticke im Moment in Arbeit, die 13 Univeranstaltungen so mit sich bringen, ein Privatleben habe ich auch noch und mein aktueller Arbeitsvertrag beschäftigt mich obendrein noch etwa 10 Stunden die Woche mit 20 lauten, wuseligen Kindergartenkindern.

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