New in: Vegane Kochbücher.

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1.hier & jetzt vegan von Björn Moschinski
Inhalt: Das ganze Jahr über vegan genießen, ganz einfach und lecker: Björn Moschinski, der bekannteste vegane Koch der Szene, liefert über 60 neue Rezeptideen, die nicht nur für köstliche Abwechslung auf dem Teller sorgen, sondern auch mit saisonalen Zutaten ganz leicht zuzubereiten sind. So findet jeder das passende Gericht für jede Jahreszeit, jeden Anlass und jeden Geschmack! Der vermeintliche Verzicht wird damit zum nachhaltigen Genusserlebnis und begeistert auch alle, die zeitweilig eine Ernährungsalternative suchen.
Meinung: Endlich ein Kochbuch, das sich genau das zum Aufhänger gemacht hat, was mir schon länger sehr am Herzen liegt: Saisonales Essen. Wenn ich im Supermarkt stehe und im tiefsten Winter Erdbeeren aus Südafrika oder Paprika aus Israel sehe, dann deprimiert mich das, weil zum einen lange Transportwege unglaublich klimaschädlich sind, zum anderen der Mensch aber auch immer weiter verlernt, mit dem zu arbeiten, was er gerade zur Verfügung stehen hat. Stattdessen muss immer alles im Supermarkt vorhanden sein – 365 Tage im Jahr, am Besten auch mindestens bis 22 Uhr.
In Björn Moschniskis neuem Kochbuch findet sich deswegen vorne und hinten auf den Coverseiten je ein Saisonkalender für Obst und einer für Gemüse. Wäre ich etwa nach der Saison für Mirabellen, Quitten oder Rettich gefragt worden, hätte ich absolut keine Ahnung gehabt und mehr schlecht als recht irgendetwas geraten, das nur mäßig richtig gewesen wäre.
Björn Moschinski setzt zwar in einigen Rezepten auf Ersatzprodukte, diese sind aber relativ einfach zu erwerben – in jedem gut sortierten Supermarkt etwa – und zudem auch preislich völlig akzeptabel. Zudem wird in den Rezepten auch mit längst in Vergessenheit geratenen Zutaten gearbeitet, Zutaten, die vermutlich zuletzt in der Kindheit unserer Großeltern auf den Tisch kamen: Rote Beete, Stachelbeeren, Fenchel, Waldmeister, Datteln. Ich freue mich besonders darauf, demnächst die Sommer-Rezepte, das Kochbuch unterteilt, der Logik folgend, die Rezepte nach Jahreszeiten und nicht etwa nach „Vorspeise“, „Hauptgang“ und „Nachtisch“.
„hier & jetzt vegan“ ist in meinen Augen ein sehr gelungenes Kochbuch, wenn auch vielleicht nicht für das alltägliche, schnelle Kochen geeignet. Ich werde es eher zum Einsatz bringen, wenn ich etwas mehr Zeit habe – zum einen zum Einkaufen (wo ich frischen Waldmeister finde, werde ich bald eruieren!), zum anderen aber auch zum Zubereiten, Ausprobieren und hinterher natürlich genüsslichem Verzehren. Für mich geht es beim Verwerten mir unbekannter Zutaten vor allem um den kulinarischen Mehrwert und den kann ich besonders auskosten, wenn ich ein bisschen Zeit mitbringe.

2.Meine vegane Küche von Surdham Göb
Inhalt: In einer Fülle überraschender Rezepte zeigt uns der erfahrene Kochprofi, dass vegane Küche Genuss, Vielfalt und Lebensfreude pur sein kann. Mediterrane, asiatische und europäische Einflüsse werden zu einer zeitgemäßen Küche vereinigt, die Idee einer nachhaltigen Ernährung in genussvollen Rezepten ausgedrückt. Der Autor hat auf unzähligen Reisen und durch unermüd – liches Experimentieren seinen eigenen unverkennbaren Kochstil entwickelt. Entstanden ist eine konsequent vegane, biologische, schmackhafte und leichte Küche, in der das Lebendige der Nahrung essenziell ist, und die einfach begeistert. Dieses erste Kochbuch von Surdham Göb ist die Essenz aus 26 Jahren Kocherfahrung, gepaart mit viel Wissen über die Gesetzmäßigkeiten einer gesunden Nahrung und die chinesische Ernährungslehre. Alle Rezepte werden in einzigartigen Fotos von Oliver Brachat eindrücklich ins Bild gesetzt. Vegane Küche,die einfach begeistert Nachhaltige Ernährung, ohne ideologischen Zeigefinger Das erste Kochbuch von Surdham Göb, einem Pionier der veganen Küche
Meinung: Wer gerne verschiedene Küchen ausprobiert – von deutscher Hausmannskost (zum Beispiel bayerischer Selleriebraten!) über indische und asiatische Küche bis hin zu klassisch amerikanischen Sandwiches ist alles dabei und es macht schon unglaublich viel Freude, durch Surdham Göbs Buch zu blättern, da die Fotos eine absolute Wucht sind. Ich glaube, von den Illustrationen her ist „Meine vegane Küche“ mein bisher schönstes Kochbuch und ich bin immer ein wenig deprimiert, dass meine Speisen nach dem Anrichten selten so wundervoll aussehen, wie auf den Fotos im Kochbuch. Dafür schmecken sie genauso gut, wie ihre Namen klingen: Exotisch ala Yomogi-Soba-Nudelsuppe mit Lotuswurzeln und Shiitakepilzen, deftig ala Falafel-Teller oder sündhaft süß ala Schokoladen-Bananen-Cupcakes.
Die Zutaten sind in meinen Augen, bis auf einige Ausnahmen, sowohl erschwinglich, als auch nicht allzu schwer zu erwerben. Wer sich einmal einen Grundstock an immer wieder auftauchenden Zutaten angelegt hat (zum Beispiel Johannesbrotkernmehl, Hefeflocken oder Sojamehl) wird kaum Schwierigkeiten haben, die Rezepte erfolgreich nachzukochen.
Besonders angetan hat es mir, dass Göb sich Zeit nimmt, die einzelnen Schritte ausführlich zu erklären und so seine Nachkocher*innen an die Hand nimmt. Ein paar Rezepte nehmen deswegen auch mehr als eine Doppelseite ein, da es ihm wichtig zu sein scheint, strukturiert vorzugehen und mögliche Missverständnisse hinsichtlich der Zubereitung gleich auszuräumen.
Ich werde mir, sobald die Temperaturen endlich steigen, einen Wassermelonen-Drink gönnen und planen, mit welchen Rezepten ich meinen Freundeskreis diesen Sommer kulinarisch beglücken möchte. Dass ich bei dieser Planung regelmäßig zu „Meine vegane Küche“ greifen werde, ist gewiss.

3. Lecker, leicht, vegan! von Ilka Irle
Inhalt: Vegan kochen – herzhafte Gerichte zum Genießen. Bei der veganen Lebensweise geht es nicht nur um den Verzicht auf tierische Produkte, sondern auch um den Erhaltet unserer Erde und unserer Gesundheit. Viele lebensbedrohliche Krankheiten können durch eine vegane Ernährung reduziert beziehungsweise verhindert werden. Der Autorin geht es darum, den Menschen den Zusammenhang zwischen all diesen Faktoren nahezubringen und alle zu unterstützen, die sich schon auf dem Weg befinden. Das tut sie auf sehr angenehme Weise, indem sie beweist, dass die vegane Küche vielfältig, abwechslungsreich und superlecker ist.
Meinung: Auf den ersten Blick gefiel mir „Lecker, leicht, vegan!“ eigentlich ganz gut – zumindest die Rezepttitel und die relativ ansprechenden Fotos vermittelten mir den Eindruck, mich von den Rezepten inspirieren lassen zu können. Bei genauerem Betrachten des Kochbuches fiel mir dann aber relativ schnell ein ärgerliches Manko auf: In fast jedem Rezept wird ein sogenanntes „Ersatzprodukt“ verwertet, etwas, das mir zum einen gegen den Strich geht, weil ich weiß, dass man vegan auch sehr ausgewogen und gesund essen kann, ohne zum Beispiel überall Sojaprodukte zu verwenden, zum anderen aber auch, weil das für den Geldbeutel einer Studentin nicht wirklich praktikabel ist. Besonders die inflationäre Verwendung von veganem Reibekäse stieß mir recht bald übel auf – ich hatte den schon ein paar Mal in der Hand, aber nach einer Kosten-Nutzen-Abwägung habe ich dann doch immer wieder lieber Hefeschmelz über meine Pizza oder Aufläufe gekippt, was in meinen Augen ziemlich gut schmeckt und keine Löcher in meinen Geldbeutel reißt. Auch Produkte wie veganer Mozzarella und veganen Parmesan, ungehärtetes Kokosfett oder Mandelmilch habe ich selten bis nie im Haus und dass viele Rezepte relativ vage bleiben – in meinen Augen macht es geschmacklich durchaus einen Unterschied, ob man Mandel-Cuisine, Soja-Cuisine oder Reis-Cuisine verwendet – hat mich auch nicht wirklich befriedigt zurückgelassen.
Gefallen hat mir aber, dass unter jedem Rezept angegeben war, wie viel Gramm Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate eine Portion des Gerichts enthält, das ist vermutlich besonders für Neueinsteiger*innen von Vorteil, die noch etwas unsicher sind, wie sich rein pflanzliche Menüs am Besten gestalten lassen, um den körperlichen Bedürfnissen nachzukommen.
Empfehlen würde ich das Buch Menschen, die nicht davor scheuen, in teurere Ersatzprodukte zu investieren oder das explizit wünschen. Besonders ehemalige Käseliebhaber*innen kommen hier auf ihre Kosten, da fast die Hälfte der Rezepte nicht ohne Käsealternativen auskommt. In meinen Augen eignet sich „Lecker, leicht, vegan!“ zudem gut für Menschen, die selbst nicht vegan leben, aber hin und wieder vegane Gäste haben, da die Rezepte relativ „idiotensicher“ sind und bereits viele vorverarbeitete Produkte verwendet werden – so muss zum Beispiel nicht noch, neben der restlichen Vorbereitung für eine Pizza, ein Hefeschmelz angerührt werden, wenn man einfach so den erworbenen veganen Reibekäse drüberkippen kann. Meine Ansprüche an ein Kochbuch kann „Lecker, leicht, vegan!“ leider nicht erfüllen.

4. Vegane Küche für Kinder von Christina Kaldewey
Inhalt: Du möchtest das Zusammenleben mit deinem Kind vegan gestalten? Dein Kind verträgt keine Milchprodukte? Du bist auf der Suche nach einfachen, leckeren Rezepten? Im ersten umfassenden deutschsprachigen Ratgeber für vegane Kinderernährung finden Klein und Groß Schmackhaftes für jeden Tag.
Vegane Küche für Kinder steht dir vom ersten Brei bis über die Teilnahme an den festen Mahlzeiten hinaus mit vielen praktischen Rezepten und hilfreichen Ratschlägen zur Seite.
Wichtige Informationen zur Ernährung, Wissenswertes zum Beginn der Beikost, Alltagstipps, Erfahrungsberichte aus erster Hand und vieles mehr – hier findest du alles, um deinem Kind einen optimalen Start in die Welt des Essens und Trinkens zu ermöglichen.
So ist dein Kind rundum gut versorgt und ihr könnt gemeinsam mit Freude und Neugier die Vielfalt der veganen Küche genießen.
Meinung: Wenn ich ehrlich bin, dann hat sich „Vegane Küche für Kinder“ in kürzester Zeit zu einem meiner absoluten Lieblingskochbücher gemausert – was das nun über mich aussagen mag, sei dahingestellt… Am Besten würde mir natürlich „Sie hat sich halt ihr inneres Kind bewahrt!“ gefallen, am Realistischten ist wohl eher „Schnelle, simple und bezahlbare Rezepte scheinen vor allem für Kinder konzipiert worden zu sein, können aber gut und gerne auch von beschäftigten Studierenden nachgekocht werden“.
Spannend ist es aber natürlich auch, einen genaueren Blick darauf zu werfen, inwiefern dieses Buch Informationen für seine Zielgruppe bereit hält. Eltern, die nach einem Ratgeber suchen, wie genau ein Kind adäquat vegan ernährt werden kann, werden zwar in „Vegane Küche für Kinder“ einige nützliche Informationen erhalten, diese kratzen jedoch eher an der Oberfläche und laden dazu ein, sich in anderer Literatur und im Internet tiefgreifender zum Thema zu informieren. Für den ersten Einstieg zum Thema „veganes Baby/Kind“ eignet sich „Vegane Küche für Kinder“ aber durchaus und alle Eltern, die sich bereits dafür entschieden haben, ihren Nachwuchs vegan zu ernähren, werden hier tolle Rezepte finden, die ihren Kindern garantiert schmecken werden. Mit etwas älteren Kindern können die Rezepte auch selbst umgesetzt werden, da sie durchweg aus relativ wenigen Zutaten bestehen und die Zubereitungszeit im Rahmen ist, also die Geduld eines Kindes in der Regel nicht allzu sehr auf die Probe stellen wird. Ich für meinen Teil bin jedenfalls begeistert, dass die meisten Rezepte zwischen 30 und 45 Minuten Zubereitungszeit benötigen, Zeit, die ich auch im Unialltag gut und gerne erübrigen kann – vor allem, weil ich die meisten Zutaten sowieso im Haus habe.
Kurz: Empfehlenswert für alle, die gerne unkompliziert kochen, sich als Kochanfänger*innen möglichst simpel an vegane Ernährung rantasten möchten oder aber nach Rezepten für den Nachwuchs suchen. Ich jedenfalls bin ziemlich überzeugt, dass ich potenziellen Nachwuchs in ein paar Jahren vegan zu ernähren versuchen werde (dazu haben besonders die Erfahrungsberichte am Ende des Buches beigetragen) – natürlich mit genauer Beobachtung der Gesundheit des Kindes, denn die ist schließlich am Wichtigsten.

Alle vier Kochbücher wurden mir von den jeweiligen Verlagen kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich recht herzlich dafür!

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