Gia.

51Ji-W0G5LL._SL500_AA300_

Gia
aus dem Jahr 1998
mit Angelina Jolie, Elizabeth Mitchell und Faye Dunaway

Inhalt: Angelina Jolie spielt das Supermodel Gia Carangi, das Anfang der 1980er Jahre in New York Berühmtheit erlangte, drogenabhängig wurde und eine lesbische Beziehung mit der Visagistin Linda einging. Carangi starb als eine der ersten öffentlich bekannten Frauen an AIDS.

Meinung: Ein beeindruckender Film, der einen nachdenklich und irgendwie auch ein klein wenig fasziniert zurücklässt – weil er so packend und bildstark die Lebensgeschichte der Gia Marie Carangi auf die Leinwand bannt, die 1960 in Philadelphia beginnt und nur 26 viel zu kurze Jahre später ebendort endet. Eingangs lernen wir Gia, in Rückblenden, als junges Mädchen kennen, sehen sie schon da als rastlose und irgendwie verlorene Person, zwei Eigenschaften, die sich durch ihr ganzes Leben ziehen sollen. Das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter wird schon sehr früh deutlich, Gias Schrei nach Liebe und ihr Wunsch nach Aufmerksamkeit und Nähe ebenfalls. Gia suchte in allem, was sie tat, die Extreme. Sie war ein experimentierfreudiger Mensch, zum einen, ihre Sexualität betreffend, zum anderen (leider) auch was Drogen anbelangte. Die Abhängigkeit wurde Gia letztendlich zum Verhängnis.
Besonders die Rolle der Gia ist mit Angelina Jolie sehr gut besetzt worden. Eingangs hatte Jolie Bedenken, die Rolle überhaupt anzunehmen, da sie normalerweise Method Acting praktiziert und sie sich davor fürchtete, zu sehr in der Rolle einer Drogenabhängigen aufzugehen. Schlussendlich nahm sie das Rollenangebot doch an und wurde für ihre Darstellung mit dem Golden Globe für die beste Hauptdarstellerin in einem Fernsehfilm ausgezeichnet. Begeistert hat mich auch Elizabeth Mitchell, die Linda, Gias Geliebte, spielt und diese Rolle mehr als ausfüllt. Nicht unerwähnt sollte auch Faye Dunaway bleiben, die als Wilhelmina Cooper in Erscheinung tritt, Gias New Yorker Modelagentin.
Man merkt dem Film natürlich an, dass er ein Produkt der späten 90er ist – eine Tatsache, die man zwar zur Kenntnis nimmt, aber irgendwie gar nicht so schlimm findet. Etwas seltsame Kameraführung? Merkwürdige Beleuchtung? Egal! Die Geschichte steht im Vordergrund, die starken Darstellerinnen. Und ein Stilmittel hat mir ziemlich gut gefallen: Dass man Szenen reingeschnitten hat, wo die Protagonist*innen zu Gia befragt wurden. Diese Passagen vermittelten fast schon den Eindruck, bei Gia handele es sich um eine Dokumentation und wenn man sich anschaut, wie sehr Angelina Jolie diese Rolle ausfüllt, will das Gefühl nicht ganz verschwinden.
Keine leichte Kost, aber für jeden, der sich gerne mit tragischen Persönlichkeiten oder der Modelwelt beschäftigt, eine eindeutige Empfehlung. Auch Fans von Angelina Jolie kommen hier eindeutig auf ihre Kosten.

Weiterführende Lektüre: Thing of Beauty: The Tragedy of Supermodel Gia.

Advertisements

1 Kommentar

  1. „Life and death, energy and peace. If I stop today it was still worth it. Even the terrible mistakes that I made and would have unmade if I could. The pains that have burned me and scarred my soul, it was worth it, for having been allowed to walk where I’ve walked, which was to hell on earth, heaven on earth, back again, into, under, far in between, through it, in it, and above. “
    Gia Marie Carangi

    Ich kann das natürlich nicht unkommentiert stehen lassen, du kennst mich ja ;).
    Was ich immer faszinierend fand: Angelina Jolie hat sich so in diese Rolle reingesteigert (und in ihr tragisches Ende durch Aids), weil sie sich in „Gia“ und ihrem selbstzerstörerischen Verhalten wiederfand, dass sie sich nicht nur die Haare hat abrasieren lassen, sondern durch das Method Acting auch ihre Ehe mit Johnny Lee Miller in die Brüche ging und sie danach die Schauspielerei an den Nagel hängen wollte, weil sie nur Leere spürte und fand „nichts mehr zu geben“ zu haben. Interessant dazu dieses Interview über „Gia“ (00:00-4:20): http://www.youtube.com/watch?v=ZrRVF7NAE_c
    Ich finde, das sieht man dem Film an. Ich hatte auch phasenweise das Gefühl, eine Dokumentation zu schauen. Die „echte“ Gia muss außergewöhnlich gewesen sein, leider haben extreme Charaktere ja meistens keine lange Lebensdauer. Glücklicherweise hat Jolie (laut ihr ja durch ihre humanitäre Arbeit) die Kurve gekriegt, Gia Carangi leider nicht.

    Fangirl aus.

    Btw: Wenn du „Gia“ mochtest, magst du vielleicht auch „Girl interrupted“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s