500.

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Dies ist der fünfhundertste Artikel. 500 Artikel in knapp über drei Jahren mit der Sockenschublade. Im Oktober hatte ich Jubiläum. Und heute, an meinem zwanzigsten Geburtstag und so kurz vor dem Jahreswechsel, ist es an der Zeit, diesen 500. Artikel zu veröffentlichen.

Ich denke, es ist an der Zeit, mal Danke zu sagen. Danke, für all das, was ihr aus diesem Blog und auch ein Stück weit aus mir gemacht habt. Danke, für die vielen Kommentare, die mich bestärkt und ermutigt, inspiriert und manchmal auch ein wenig wachgerüttelt haben. Danke, für die E-Mails, die kamen, und Entschuldigung, dass ich es nicht geschafft habe, immer alle zu beantworten. Danke, für die Empfehlungen, die ihr ausgesprochen haben müsst, nur dadurch erklären sich die zunehmenden Aufrufzahlen dieser Textoase. Danke, dass ihr euch mein Gefasel über Bücher und Veganismus, über meine Gefühlswelt und meine Reisen so geduldig angehört habt. Danke, dass ihr mir so oft geschrieben und gesagt habt, dass ihr sofort ein Buch von mir kaufen würde, wenn es denn nun dazu kommen würde – manche haben vor das dazu kommen sogar ein „endlich“ gesetzt und das hat mich jedes mal aufs Neue sehr froh gemacht. Danke, dass ihr nie „Mirka, halt endlich die Klappe, du nervst!“ geschrieben habt, auch wenn ihr es vielleicht manchmal gedacht habe und ich es vermutlich auch manchmal verdient hätte. Danke, für fast 4000-Twitter-Follower, die bei der Wohnungssuche zu helfen versucht haben und bei Studienfachwahlkrisen „Hey, du bist nicht alleine“ geschrieben haben und mein Geblubber über Vampire Diaries jeden Freitag aufs Neue ertragen. Danke, dass ihr an meine Ideen und an mich glaubt und mir virtuell und manchmal auch vis-a-vis die Hand gehalten habt. Danke für alles und drei atemberaubende, irrsinnig schnell vergangene Jahre.
Die Frage, wo ich in drei (weiteren) Jahren sein werde, beschäftigt mich im Moment so intensiv, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte, als ich im August die SMS von meiner Mutter erhielt, in diesem kleinen, sonnigen Touristendorf irgendwo in Norwegen: „Die Zusage aus Göttingen ist da. Dein Vater überweist die Studiengebühren. Ich freue mich.“ Geweint habe ich und darauf gewartet, dass mein Begleiter endlich von dem Berg zurückkam, auf den ich es an diesem Tag nicht mehr geschafft hatte, mit Mördermuskelkater, der erst am vierten Tag verschwand und für den Rest der Reise nicht mehr zurückkehren sollte. Damals, in diesem außergewöhnlichen August, der mir viel weiter entfernt zu sein scheint, als nur knapp vier Monate, dachte ich, dass dann ja wohl alles klar und in trockenen Tüchern sei, für die nächsten drei Jahre. Philosophie und Politikwissenschaften, Göttingen, Cut. Ich hatte ja keine Ahnung! Im Moment lote ich aus, was das richtige sein könnte. Ich will mir bis zum Sommer Zeit dafür lassen, mir dieses eine Jahr geben. Andere gehen für ein Jahr ins Ausland oder machen hier ein Freiwilliges Jahr. Auch wenn die Gesellschaft „NUN GIB GAS! DER INTERNATIONALE WETTBEWERB! BOLOGNA! BACHELOR! MASTER! 5 JAHRE! DU WIRST IMMER ÄLTER UND DER ARBEITSMARKT WILL DICH AM LIEBSTEN DIREKT NACH DER GRUNDSCHULE MIT TAUSEND QUALIFIKATIONEN EINSTELLEN!“ schreit: Ich habe Zeit. Ich stelle nur einmal die Weichen für mein weiteres Leben, lege nur einmal diesen so wichtigen Grundstein. Im Moment denke ich, dass dieser Grundstein Geschlechterforschung (andernorts ist der Studiengang als Gender Studies etabliert worden) und American Studies sein könnte, aber ich gebe mir Zeit, um nachzuprüfen, ob dem wirklich so ist. Nichtsdestotrotz: Ich bin guter Dinge und die Tage im November und im ganz frühen Dezember, in denen ich kaum Luft bekommen habe, weil ich so rastlos und panisch und unzufrieden war, scheinen überwunden zu sein. (Vielleicht war es auch einfach nur ein wenig der Winter Blues, die dunkele Jahreszeit schlägt mir seit zwei Jahren doch ziemlich aufs Gemüt.) Jedenfalls für den Moment. Fragt mich im Januar noch einmal und dann spätestens im Oktober 2013. Im Oktober 2013, da habe ich gewiss eine Antwort. Eine, für deren Formulierung ich mir die Zeit genommen habe, die ich gebraucht habe.
Ansonsten: Auf drei weitere Jahre und 500 weitere Artikel. Auf viele wundervolle und kritische Kommentare und Mails. Auf viele inspirierende Kulturgüter, die ich mit euch teilen möchte. Auf ein gutes nächstes Jahr und viele, viele weitere.

Wer mir gerne schreiben möchte, der oder die entsende eine E-Mail an sockenschublade@posteo.de oder hinterlasse einfach einen Kommentar hier. Ich bin manchmal ziemlich katastrophal im Zurückschreiben, aber ich gebe mein Bestes.

(Bild via shoothead.)

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4 Comments

  1. Ich wünsche dir ein wundervolles Jahr, in dem du dir die Zeit nehmen kannst deine Entscheidung zu treffen! Denn ich habe das auch so gemacht und mich nach dem ersten Monat im falschen Studiengang umorientiert, mir ein Jahr Zeit genommen und dann genau das richtige angefangen zu studieren. Mittlerweile bin ich im Master und ich bereue es nicht, auch wenn ich ab und an meckere 😉 Natürlich fanden es viele komisch und haben es skeptisch beäugt, dass ich ein Jahr so „rumgetrödelt“ habe, aber es hat mich dorthin gebracht wo ich hin wollte und mich reifen lassen, weil ich mich mal wirklich mit mir und meinen Vorstellungen auseinandersetzen konnte.
    Deshalb gratuliere ich dir zu deiner Entscheidung, denn sie ist absolut richtig!

  2. Schreibst du eigentlich noch einen Jahresrückblick? Würde mich sehr freuen 🙂 (Passt vielleicht nicht zu dem Blogspot, aber ask.fm bist du leider nicht so aktiv)

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