Wessen Idee war das?

Gibt es diese Liebe eigentlich wirklich? Diese Liebe, von der alle Bücher handeln? Diese „Ich will dir alle Klamotten vom Leib reißen“-Liebe. Diese „Du bist mein bester Freund, mein Gefährte, mein Liebhaber“-Liebe. Diese „Lass uns die Sonntag im Bett bleiben und uns Geschichten vorlesen“-Liebe. Gibt es sie, diese Liebe, oder ist sie nur eine Illusion, in unser Bewusstsein verpflanzt durch Film, Literatur und Musik? Ein Bild, da irgendwer vor ganz langer Zeit, einsam, von Trostlosigkeit erfüllt, geschaffen hat, um sich an einer Idee wärmen zu können? Wer hat sie zuerst erfunden? Wessen Idee war das? Bei wem können wir uns beschweren, dass wir an dieser Idee – Illusion? – immer wieder scheitern und manchmal zerbrechen? Ist es an der Zeit, die Idee in Frage zu stellen? Neue Antworten auf die alten Fragen zu suchen? Sind wir die Generation, die mutig und frei genug ist, sich selbst zu desillusionieren? Ist Liebe vielleicht genauso eine scheußliche Erfindung wie der Valentinstag? Müssen wir alles revidieren, vor allem unser Weltbild?
(…)
Wenn da doch nicht dieses Herzklopfen wäre, dass alles Zweifeln Lüge straft. Wenn da doch nicht diese Hoffnung wäre, dass.

(Bild via shoothead.)

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6 Kommentare

  1. Hallo, gibt es. Zum Glück hast Du nicht noch „ewig“ dazu geschrieben, dann hätte ich es nicht sagen können. Evtl. ist notwendig, dass man sich selbst liebt. Viel Glück! 🙂

  2. Gibt es sicher, kenn genug seit Jahrzehnten glückliche Paare, gibt es aber nicht für jeden und es muss keinen ersichtlichen Grund geben. Ich liebe mich selbst, hab gute Freunde, bin nicht unbeliebt, blabla und haben keine Lust/Kraft mehr zu hoffen. Man hat kein Recht darauf und mir geht es besser damit, die Fragezeichen nach ob und wann und wer und wie mit einem klaren Nein abzuhacken und darüber zwar manchmal traurig zu sein, aber keine Hoffnungen mehr ganz allein befeuern zu müssen, mit 28 war nach 15 Jahren Misserfolg und ca zehn Körben meine Grenze erreicht.

  3. ich glaube ja, es hängt mit den ganzen disneyfilmen zusammen. und dem bild von ewig und für immer, dass diese einem vermittelt haben. [noch mehr als es klassische märchen je könnten.]
    und deswegen sagt der realist in mir: nein, die gibt es nicht.
    aber das kleine mädchen will immer noch daran festhalten. 😉

  4. Es gibt diese Liebe. Ein Gefühl von vollkommener Verbundenheit, Leichtigkeit, Wärme und Ineinanderaufgehen. Das Gefühl, in den Augen des geliebten Menschen sich selbst zu erkennen und zu wissen, dass er alles verstehen wird, was man ihm mitteilt. Verlustfreie Kommunikation.
    Aber leider hält diese märchenhafte Bindung – meiner Erfahrung nach – nie länger als wenige Minuten an.

    Vielleicht haben wir gelernt, dass es gefährlich ist, sich jemandem vollkommen zu öffnen weil wir zu oft verletzt worden sind. Vielleicht können wir zu innige Bindungen mit anderen Menschen gar nicht lange ertragen weil wir diese Intensität nicht gewohnt sind.

    Mit diesem Gefühl der Verbundenheit verhält es sich wie mit dem Glück. Ich glaube nicht, dass es „glückliche“ Paare gibt. Es gibt sicherlich solche, die mit sich und ihrer Partnerschaft _zufrieden_ sind, aber das Glück kennt nur Minuten. Kein Wunder, denn Glück ist auch ein Gefühl, das sich bei Verbesserung einstellt. Ob diese Verbesserung außerhalb (Umwelt/äußere Umstände) oder „nur“ innerhalb (Gedanken) einer Person stattfindet, ist mMn egal. Um 24/7 glücklich zu sein, müsste sich ständig etwas zum Positiven ändern. Ich nehme an, dass ein leichtes Auf und Ab der Gefühle nötig ist, um immer wieder Glück zu empfinden.
    Deswegen zucke ich bei Ausdrücken wie „glückliche Paare“ zusammen, bei Aussagen wie „Ich bin gerade sehr glücklich“ jedoch nicht, weil es dabei um eine Momentaufnahme geht.

  5. Mirka startet eine Revolution. Finde ich gut. Ich glaube, dass unser Bild von der Liebe natürlich von außerhalb sehr geprägt ist ( ich sage nur disney). Aber wenn wir mehr auf die Liebe um uns herum achten, dann erkennen wir, dass es DIE Liebe wirklich gibt. Jedesmal wenn ich meine Großeltern gemeinsam gesehn habe und jetzt immer noch höre wie sie von ihm redet, dann weiß ich das an dieser wahnwitzigen Idee vielleicht doch was dran ist
    grüße

  6. klar gibts die, auch wenn man meist in den falschen ecken sucht. suchen ist sowieso schlecht, als würde sie nicht wollen, dass man sie findet. will lieber selbst suchen. also sollte man sich mehr auf alles andere konzentrieren und die sehnsucht nach zweisamkeit nicht zu sehr zur traurigkeit werden lassen! ich weiß das sagt sich jetzt so leicht, aber man kann es ja mal probieren.

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