„Das ist ein Peter Zwegat. Bitte nicht streicheln oder füttern.“

Ich kann nicht gut sparen. Ich kann gut arbeiten, aber das Geld ist dann trotzdem irgenwie immer woanders. Ich gebe gerne Geld für besseres (und meistens auch teureres) Essen aus, ich gehe gerne in vegane Café und Supermärkte, kaufe gerne irgendwelche Szenemagazine und Schrottbücher (Shades of Grey, heul). Ich liebe DVDs und möchte meinen iPod und mein iPhone nicht missen, weil sie mir das Leben schöner und leichter machen. Und ich liebe Nagellack und andere Beautyprodukte (dm benennt bald eine Limited Duschgel Edition und eine Nagellackfarbe nach mir!) und an bunt gemusterten Klamotten und Fair Trade Printshirts kann ich auch nicht vorbeigehen. Und anderen mache ich auch gerne mit irgendwelchen Kleinigkeiten eine Freude. Kurz: Ich mag es, Geld auszugeben. Nicht für irgendwelchen überzogenen Markenkram oder Statussymbole, sondern für irgendwelchen Kleinkram, der glücklich macht, sich am Ende des Monats dann aber doch irgendwie auf dem Kontoauszug bemerkbar macht.

Ich habe mal ein halbes Jahr in einem Supermarkt gearbeitet und habe von dem Geld zwei Festivaltickets gekauft (das Hurricane-Ticket haben mir meine Eltern zum Abi geschenkt, vielleicht auch, weil sie damit billiger weggekommen sind, als Geld für den Abiball, der am selben Wochenende stattfand, auszugeben, auf den auch niemand von uns Lust hatte), Bücherregale (irgendwann ist auch in der größten Bücherwand nicht mehr genug Platz und die DVDs brauchten auch ein zu Hause), einen iPod und Silvester in Mailand finanziert. Und einigen oben genannten Glücklichmachkleinkram.

Aber jetzt muss Miete gezahlt werden und Lebenshaltungskosten, Unikram und weiterhin das ganze Benzin, das ich verfahre, weil ich meinen Umzug alleine regle und bei jeder Fahrt neue Kisten mitnehmen. Und Möbel müssen bezahlt werden. Klar, ich habe einen Finanzierungsplan und bereits ein erstes Vorstellungsgespräch für einen Nebenjob und um ein (nicht sehr wahrscheinliches) Stipendium werde ich mich auch bemühen, aber ich bin dennoch ein bisschen aufgeregt, wenn ich an den Oktober, den ersten Monat, den ich komplett hier verbringen und von meinem Budget leben werde, denke. Ich habe sogar ein hübsches Haushaltsbuch gekauft. (Gekauft. Vermutlich ist das das Problem…)

Hoffen wir mal, dass Peter Zwegat ganz lange nicht herausfinden wird, wo ich wohne und nicht mit seinem Lederkoffer unter dem Arm eine Flipchart in meinem Wohnzimmer aufbaut; „Frau von Lilienthal, Sie sind so Pleite, das ‚von‘ streichen wir besser schonmal aus Ihrem Nachnamen…“ Herrje. Ich will es mir lieber gar nicht erst vorstellen.

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7 Comments

  1. Aber letztendlich reicht das Geld doch immer irgendwie. Zitat aus dem Woody Allen Film, den ich gestern gesehen habe: “ Er macht das zum Vergnügen, nicht des Geldes wegen!“- “ Aber Geld kann auch Vergnügen bereiten, dieses Gefühl, wenn man über seine Oberfläche streicht und es leicht knistert…!“
    Mein Haushaltsbuch liegt auch nach einem Jahr noch unberührt rum.. ich wünsche dir mehr Erfolg als ich hatte! 😉

  2. Es ist aber schon mal gut, dass du kein Problem hast, dein Geld zu verdienen. Viele meiner Kommilitonen haben nicht mal einen Job … Deine Ausgaben werden sich in der ersten Zeit erst mal verlagern und andere Sachen als z.B. DVDs werden wichtiger sein (die Stromrechnung will ja auch bezahlt werden!), aber mach dir auch nicht zu viel Panik. Bald kriegst du raus, wo du als Studentin billiger davon kommst und was Vorrang hat. Und auf die Schnauze geflogen sind wir alle mal finanziell (in mal mehr, mal weniger großem Stil), daraus kann man nur lernen 😉

  3. *lach*
    Ach irgendwie geht das immer. Ich war zu Unizeiten am Monatsende immer knapp bei Kasse – dann gab es halt mal 3 Tage Nudeln mit Ketchup, aber es hat gereicht. Sogar für Urlaub war Geld da =) (auch ganz ohne Haushaltsbuch)
    Ich drück Dir die Daumen und wünsche Dir ganz viel Spaß in dieser aufregenden Zeit!

  4. „Klar, ich habe einen Finanzierungsplan…“ Damit hast du den meisten Menschen in deinem Alter schon mal was voraus 😉 Und ansonsten gilt: Sich selbst keinen Stress machen. Man fragt sich am Anfang immer, wie soll das eigentlich gehen, und dann geht es. Sogar wesentlich besser, als man sich das vorgestellt hat.
    Genieß die Zeit, sie kommt in dieser Form nicht mehr wieder zurück 🙂

  5. Ich stehe vor denselben Herrausforderungen, ich bin zwar noch imme auf Wohnungssuche (leider), aber ich hoffe ja doch, noch vor Studienbeginn etwas nettes zu finden. Mit der Finanzierung meines ziemlich finanzierungsbedürftigen Lebensstils mache ich mir ja auch so meine Sorgen, aber ich glaube, dass sich das alles von ganz alleine regeln wird, jedenfalls hoffe ich das. Auf jeden Fall wird das eine neue, spannende Herausforderung und irgendwie freue ich mich schon regelrecht darauf, mein Geld so richtig selber verwalten zu müssen, hihi 🙂

  6. Mein Tip: Haushaltsbuch in Excel. Kostet nix und die Summe gibt es mit einem Klick. Zieh ich jetzt seit über zwei Jahren ziemlich konsequent durch, nach zwei Jahren Papierhaushaltsbuch und ein paar Jahren ohne.

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