Erste Eindrücke zu … „Pretty Little Liars“.

Normalerweise stelle ich in meiner „Erste Eindrücke zu…“-Reihe nur neue Serien vor, Serien, die gerade erst an den Start gegangen und eher noch Geheimtipps sind (ein solcher Beitrag wird zum Beispiel noch zu der bezaubernden Serie Bunheads folgen!), aber ich habe mich so Hals über Kopf in „Pretty Little Liars“ verliebt, dass ich das dringende Bedürfnis verspüre, euch diese spannende, liebenswürdige, mitreißende Serie kurz vorzustellen.

Pretty Little Liars ist eine Mysteryserie, deren Zielgruppe Teenager und Twens sind. Sie wird seit dem 8. Juni 2012 auf ABC Family ausgestrahlt und basiert, genau wie die beiden ähnlich erfolgreichen Serien Gossip Girl und Vampire Diaries auf einer Romanvorlage.

Ein kurzer Abriss der Handlung (Quelle: Wikipedia):
Alison, Aria, Emily, Hanna und Spencer leben in Rosewood, einem Vorort von Philadelphia, wo nahezu alles perfekt ist. Sie sind beste Freundinnen und bilden die angesagteste Clique auf ihrer Schule, der „Rosewood High“. Doch bei einer Pyjama-Party der fünf verschwindet auf einmal ihre Anführerin Alison und hinterlässt ihre Gruppe ohne einen Anhaltspunkt. Ein Jahr später wird Alison immer noch vermisst und die vier anderen haben sich auseinander gelebt. Auf ein Mal bekommen Aria, Emily, Hanna und Spencer belästigende Kurzmitteilungen von einer unbekannten Person namens „A“. Jede Nachricht bezieht sich auf schmutzige Geheimnisse des jeweiligen Mädchens, von denen nur Alison wusste. Also nehmen sie an, dass die Mitteilungen von Alison stammen, bis man kurz darauf deren Leiche findet. Die Mädchen versuchen nun, herauszufinden wer „A“ wirklich ist und wie diese Person ihre Geheimnisse erfahren konnte. Dabei sind ihnen aber die Hände gebunden, denn „A“ scheint über alles, was passiert, Bescheid zu wissen und droht damit, ihre Geheimnisse auffliegen zu lassen.

Was mir so gut an Pretty Little Liars gefällt: Dass man alle vier Hauptprotagonistinnen sofort ins Herz schließt, mit ihnen fiebert und leidet, ihnen die Daumen drückt und hofft, dass sie ihre Liebesangelegenheit und diverse andere Probleme in den Griff kriegen. Normalerweise findet man in der jeder Serie mindestens einen Charakter total nervig, unsympathisch und anstrengend, aber in Pretty Little Liars wartet man darauf vergeblich. Klar, alle Charaktere haben ihre Schwächen und Fehler, aber dennoch mag man sie. Weil sie nicht nur schwarz oder weiß sind, sondern ganz viele Schattierungen und Facetten haben. Die vier Mädchen sind zudem, obwohl sie alle absolut fabelhaft angezogen und geschminkt sind, sehr verschieden und einzigartig. Hanna zweifelt sehr häufig an sich, versucht das aber so gut wie möglich zu verstecken und stößt dann schonmal ihre Mitmenschen vor den Kopf. Sie handelt so, weil sie nicht immer cool und dünn und angesagt war, vor allem nicht, als Allison noch lebte. Emily ist ruhig und besonnen, nachdenklich und bodenständig. Und: Lesbisch. Was sie natürlich besonders interessant macht, wenn man für das Thema in irgendeiner Form sensibilisiert ist. Spencer ist fabelhaft. Spencer ist intelligent und geistreich, ängstlich und dabei dennoch irrsinnig mutig, bereit Vorurteile zu überwinden (TOBY!) und ständig im Mittelpunkt des Geschehens, weil Alisons Tod gewissermaßen mit ihrer Familie verknüpft ist. Aria ist wunderschön und kreativ, empathisch und sehr besorgt, wenn es um das Wohl ihrer Freunde und besonders das ihrer Familie geht. Ich mag die Liebesgeschichte, die sich zwischen ihr und ihrem Englischlehrer entspinnt und wenn ich ehrlich bin, war das für mich der Hauptgrund, überhaupt Interesse an Pretty Little Liars zu entwickeln. Verbotene Liebesgeschichten sind für mich die faszinierendsten, spannendsten und leidenschaftlichsten und ich finde, zwischen Aria und Ezra stimmt einfach alles. Vor allem auch, weil Aria extrem reif für ihr Alter ist. Wenig sympathisch ist hingegen die ermordete Alison, der man immer wieder in Rückblenden begegnet und die es wie keine zweite Verstand, Menschen gegeneinander auszuspielen und ihre Finger in tiefe Wunden zu legen. Dennoch hat man immer das Gefühl, dass sie nicht grundlos so geworden ist, dass auch sie eigentlich nur ein Mädchen war, das es verdient hätte, diese „Ich bin ein gemeines Mädchen“-Phase zu überwinden und erwachsen zu werden.

Natürlich – als Fan großartiger Mystery-Serien (Lost, Fringe…) hat man manchmal das Gefühl, dass alles ein wenig zu simpel, zu konstruiert und an den Haaren herbeigezogen ist. Dass es zu viele Zusammenhänge gibt, zu gezwungene noch dazu. Aber: Es handelt sich um eine Teenieserie und wer mal ein paar Folgen Gossip Girl gesehen hat, der kann „Pretty Little Liars“ eigentlich nur als Upgrade empfinden. Weil hier niemand nervt, alles nicht so oberflächlich ist, die Charaktere echter und nicht so reich und statussymbelüberfrachtet sind. Weil sie zum Teil auch mit echteren Problemen zu kämpfen haben, als Serena, Blair und Co. Und das Rätselraten, wer denn nun „A.“ ist und die Mädchen so sehr auf Trab hält ist, trotz allem, sehr spannend und besonders die letzte Sequenz einer jeden Folge versetzt einen in absolutes Unbehagen…

Auf DVD erscheint die erste Staffel im November in Deutschland übrigens auch endlich, für die unter euch, die dieses Stück Serienkultur gerne gleich im Schrank stehen haben möchten. Ausgestrahlt wurde Pretty Little Liars im deutschen Free TV bislang noch nicht, nur der Bezahlsender Glitz* hat sich bisher diesem hinreißenden Stück Fernsehkultur gewidmet.

Was ihr auch unbedingt lesen solltet: Fees Post über Pretty Little Liars. Der bewegte mich nämlich endgültig dazu, dieser famosen Serie noch eine zweite Chance zu geben!
Um euch endgültig von dieser tollen Serie zu überzeugen, möchte ich eine Passage aus Fees Artikel zitieren, die ich absolut so unterschreibe:
„Es gibt Serien, da bedauert man es, sie nicht von Anfang an verfolgt zu haben, nicht von ihnen gewusst zu haben. Pretty Little Liars ist eine davon. Das Gefühl, auf etwas gewartet zu haben, und zwar viel zu lange, ist in diesem Fall nicht mal das Schlimmste. Das Schlimmste ist, dass man die atemlosen, gruseligen und grandiosen Momente nach der aktuellen Folge verpasst hat, das einwöchige Zittern, die sicher sehr wilden Theorien auf tumblr und Twitter, dass man nicht unter Strom stand, wenn man den PC hoch fuhr und die neue Folge startete. Denn das wäre bei Pretty Little Liars vermutlich wirklich fabelhaft gewesen.“
Ich freue mich irrsinnig darauf, irgendwann auf dem neusten Stand zu sein und „live“ mitgucken und -fiebern zu können. Ich glaube, das macht auch eine ganze Menge des Kicks aus, den man als Zuschauer empfindet.
Überzeugt euch selbst!
 

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2 Comments

  1. Ich muss gestehen, dass ich auch gespannt Pretty Little Liars sehe. Allerdings muss ich dir bei einer Sache widersprechen: Für mich wirken die vier Mädchen nicht unbedingt „echt“ – was schon damit zu tun hat, dass sie einfach alle vier zu perfekt, zu gestylt, zu geschminkt aussehen, um mich glauben zu lassen, dass es sich hier um Teenager im Alter von 15-16 Jahren handelt. In Gossip Girl ist dieser Umstand ähnlich, aber wenigstens damit zu erklären, dass es sich um eine reiche Clique dreht, deren Lebensmittelpunkt nun mal Partys und Mode sind. Ich hätte mir bei einer Serie mit einem interessanten Konzept und Krimielementen wie PLL allerdings gewünscht, dass zumindest ein oder zwei der Mädchen „normal“ aussehen und weniger Wert auf Styling gelegt wird – aber natürlich wird die Serie dadurch für Teenager interessanter.
    Zum Nervfaktor der Charaktere muss ich sagen, dass ich zwar keine der vier Hauptfiguren „hasse“, aber ich Aria sehr viel weniger mag als die anderen drei. Ihre Beziehung zu Ezra ist interessant, aber sie als Person ist mir einfach zu perfekt, ich hätte mir mehr Kanten gewünscht – oder zumindest mal ein Haar, das nicht perfekt liegt (womit wir wieder bei meinem Hauptkritikpunkt an der Serie wären ;)).
    Nichtsdestotrotz rätsele ich wie viele andere, wer denn nun „A“ ist und was hinter allem steckt, denn unterhaltungsmäßig ist die Serie toll!

  2. Die Serie ist super, aber ich jolielips zustimmen. Ein bisschen overstylt. Wer sitzt bitte immer mit High Heels im Bett? Teilweise sind die Outfits zu viel des guten. Vor allem tragen sie jedes Mal etwas anderes. In der Hinsicht finde ich die Serie „Awkward“ super, da sehen die Teenies aus wie normale Teenies und tragen ab und auch mal das Gleiche. Aber da würde ich mir wiederum wünschen, dass mit dem Wandel der Hauptfigur (ich habe ihren Namen vergessen), sie auch ein bisschen mehr stylischer wird. Ich denke mal ein Zwischending wäre ganz gut, nicht so overstylt aber auch nicht zu wenig. Das will man dann auch nicht sehen. Ja, ich merk schon kompliziert.

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