Weiße Nana, Mein Leben für Afrika – Bettina Landgrafe.

Weiße Nana – Mein Leben für Afrika von Bettina Landgrafe
288 Seiten, Sachbuch
erschienen am 04. Oktober 2011

Inhalt: »Immer wieder werde ich gefragt, warum ich mein Leben den Menschen in Afrika widme. Man muss ihnen nur einmal in die Augen sehen – das ist es, was ich darauf antworte.« Kinder, die als Sklaven arbeiten müssen, hochschwangere Frauen, die von medizinischer Versorgung nur träumen können, und Leprakranke, die von ihren Familien verstoßen werden. Als die deutsche Kinderkrankenschwester Bettina Landgrafe zum ersten Mal nach Ghana kam, ließ sie das Schicksal der Menschen dort nicht mehr los. Sie beschloss, nach Afrika zurückzukehren und zu helfen. Und so wurde aus einmal für immer: Mittlerweile ist Ghana für Bettina Landgrafe zur zweiten Heimat geworden – und sie selbst zur Weißen Nana, einer Königin der Ashanti.

Meinung: Beeindruckend ist das, was die Kinderkrankenschwester Bettina Landgrafe leistet, was sie zu dem Sinn ihres noch jungen Lebens gemacht hat. Jede Zeile zeugt von ihrer Liebe zu Afrika, ihrer Selbstlosigkeit, ihrem Wunsch, dort zu helfen, wo Hilfe am Nötigsten ist. Landgrafe ist es wichtig, dass diese Hilfe nicht über den Kopf der Einheimischen hinweg geschieht, sondern dass Verbesserung (zum Beispiel der Bau eines Brunnes) gemeinsam mit ihnen in Angriff genommen wird, sodass diese Verbesserungen im Endeffekt auch von den Einheimischen akzeptiert und genutzt werden.

Aufmerksam wurde ich auf das Buch, nachdem ich die unglaublich mitreißende Bettina Landgrafe im Kölner Treff, der Freitagabend-Talkrunde von Bettina Böttinger, gesehen hatte und sie mich schier aus den Schuhen gehauen hatte mit ihrer Art, die Begeisterung für Ghana, für ihre Arbeit und das Helfen zu kommunizieren. Selten habe ich jemanden erlebt, der so begeisterungsfähig erzählen kann. In ihrem Buch erfährt man noch viel mehr über ihre Arbeit, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass sie nach Ghana ging (Zufall und Spontaneität), wie sie ihr Herz an das Land und seine Bewohner verloren hat, dass sie anfangs noch parallel als Krankenschwester in Hagen gearbeitet hat und dass es ihr wichtig ist, ihren Verein möglichst klein zu halten, damit die Spendengelder nicht für Verwaltungskosten draufgehen.

„Weiße Nana“ mag vielleicht kein literarisches Meisterwerk sein – der Schreibstil ist eher durchschnittlich, die Erzählzeiten wechseln häufig, mal wirkt der Text formeller, dann wieder eher umgangssprachlich -, aber man ist dennoch gepackt von Landgrafes Erfahrungsbericht, von ihren Erlebnissen und Erinnerungen, und man hat fast ein wenig das Gefühl, selbst dabei gewesen zu sein, als sie darum bangte, ob der Brunnenbau im Hinterland gelingen würde, als sie Freundschaften schloss und schließlich sogar zur Nana, also zur Königin des Dorfes, in dem sie hilft, gekürt wurde – als einzige Weiße! Auch ihre Unternehmungen gegen Kinderarbeit und Sklavenarbeit sind beispiellos.

Für alle, die selbst überlegen, sich zu engagieren oder die sich einen ersten Überblick über die Situation in Ghana verschaffen wollen, ist Bettina Landgrafes Buch mehr als empfehlenswert.

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1 Kommentar

  1. Ich finde irgendwie den Tital komisch, weißt du wieso es Nana heißt? Ist ds ihr Spitzname oder ist das ein afrikanisches Wort?

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