Tag: Wie werden wir die Welt verändern?

Ich erhielt kürzlich eine E-Mail von Leslie, die mich bat, darüber zu schreiben, wie wir in meinen Augen die Welt verändern werden. Ich bin zwar Optimistin, möchte meine Ausführungen aber trotzdem lieber unter das Wort ‚können‘, statt ‚werden‘, stellen, weil all das, was euch in diesem Posting erwartet, viel Kopfkino, viel „Was wäre, wenn…“ ist und nicht „So wird es kommen, diesen Weg werden wir genauso alle gemeinsam beschreiten“.

Wir können die Welt verändern, indem…

… wir bewusster konsumieren.
Wir sind uns oftmals gar nicht im Klaren darüber, wie viel Einfluss wir eigentlich durch unsere Kaufentscheidungen haben. Weil es kompliziert ist, wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, in einer Welt, die darauf gestützt ist, dass der Konsument ahnungslos im Konsumhamsterrad vor sich hin rennt. Aber: Wir können es versuchen. Uns mit Großkonzernen beschäftigen und mit deren Politik. Wir können versuchen, im Rahmen unserer Möglichkeiten, nach Alternativen zu suchen, vor allem nach Alternativen des Wirtschaftens.
… vegetarisch oder vegan leben.
Wer im Archiv stöbert, wird zu dem Thema ausführliche Postings finden, es folgt bald aber noch eine Argumentierhilfe, die die Vorzüge vegetarischen und veganen Lebens näher durchleuchtet.
… wir ein Konto bei einer Ethik-Bank eröffnen.
Ich empfehle die GLS-Bank und bin gerade dabei, alle meine Bankgeschäfte umzusiedeln. Das Tolle an der GLS-Bank: Sie ist transparent und man kann entscheiden, wie die Bank mit seinem Geld arbeitet.
… unseren Plastikmüll einschränken.
Plastikmüll ist überall. Und es ist verdammt schwer, das einzuschränken. Ein „Danke, ich brauche keine Tüte“ ist aber schon ein hervorragender Anfang.
… weniger mit dem Auto fahren.
Ich verkaufe meines im Januar. Weil ich mich selbst ziemlich inkonsequent finde, wenn ich erzähle, wie klimaschonend Veganismus doch ist, aber quasi die gleichen Emissionen durch meine Autofahrerei wieder in die Umwelt blase.
… Klamotten tragen, bis sie auseinanderfallen, nicht bis sie „out“ sind.
Oder zumindest: Sie in eine Kleidersammlung geben, die sie nicht für teures Geld in irgendeinem Entwicklungsland weiterverkauft, in dem so die örtliche Klamottenindustrie zerstört wird. Alternativ: Second-Hand-Läden oder Flohmärkte.
… „Tauschhandel“ betreiben.
Flohmärkte und Tauschbörsen sind super: Gebrauchtem eine zweite Lebenszeit zu gewähren, anstatt es gedankenlos auf den Müll zu werfen – das ist hoffentlich
… helfen, wo Hilfe nötig ist.
Den Nachbarn brennt das Haus ab? Die gebrechliche Frau gegenüber schafft es nicht mehr, ihre Einkäufe vom Supermarkt nach Hause zu tragen? Eine Menschenrechtsorganisation sucht Mitstreiter? Es gibt so viele Winkel direkt vor der eigenen Haustür, wo nach Hilfe gesucht und diese dankbar angenommen wird – wir müssen nur mit offenen Augen durchs Leben gehen und uns anbieten!
… uns weiterbilden, immerfort.
Bildung ist der Schlüssel zu allem. Wir können nur kritisieren, was wir verstehen und wir können nur verstehen, was wir uns durch Bildung angeeignet haben – Verstehen wiederum ist unerlässlich, wenn man etwas wirklich ändern will. Man muss das Problem oder den Gegner durchleuchten, um zu wissen, wo man ansetzen muss.
… akzeptieren, dass jeder in seinem Tempo und mit seinen Mitteln Veränderungen angeht.
Manchmal neigen „Wir“ (in dieses kollektive Wir schließe ich alle ein, die ein Interesse daran haben, die Welt zu einem besseren Platz zu machen) dazu, zu missionierend zu sein, zu sehr den Tunnelblick zu haben, zu sehr mit dem Kopf durch die Wand zu haben. Wir vergessen dann, dass das alles keine „Competition“ ist und dass nicht der gewinnt, der am ethisch korrektesten lebt – weil sich, so traurig das auch ist, in einer kapitalistischen Welt bei weitem nicht jeder dieses „ethisch korrekt“ in allen Belangen leisten kann. Aber: Die Welt verbessert man auch, wenn man wegen seiner finanziellen Situation gezwungen ist, im Discounter zu kaufen, dafür aber irrsinnig gute karitative Arbeit leistet.
… niemals aufgeben.
Nienieniemals.

Da ich mich so schlecht an Regeln halten kann, sind es nicht acht Fakten geworden, sondern elf. Und speziell „taggen“ werde ich auch niemanden. Aber: Wer Lust hat, darf sehr gerne die Frage beantworten, die ich auch beantwortet habe – weil mich interessiert, wo ihr Ansätze seht, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wer sich an die Frage rantraut, darf gerne den Link seines Postings unter diesen Text posten!

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