Da ist die Straße. Und da bist du.

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu und besonders in den vergangenen Wochen hat es 2011 gut mit mir gemeint, sehr gut. Ich habe so viel erlebt, so viel geschaffen und aufgebaut, so viele Schritte vor gemacht und nur ganz wenige zurück, kleine, aber nötige, dass ich mir in der nächsten Woche einen ganzen Tag freihalten werde, um meinem Tagebuch zu erzählen, wie es mir ergangen ist, mit 2011. Und dem Leben. Noch ist es nicht an der Zeit, Rückblick auf mein „Projekt 2011“ zu halten, jedenfalls nicht den finalen Rückblick. Ich habe das Gefühl: Da geht noch was. Vor allem, weil ich die letzten Tage des Jahres in der Ferne verbringen werde, mit Freundinnen in Mailand. Ich freue mich und ich bin aufgeregt, aber ich plane bereits weitere Reisen, Reisen für das Jahr 2012 – andere Reisen. Mit dem Auto und wenig Geld durch die ehemalige DDR. Nach Berlin. Vielleicht in den Norden. Ans Meer, wann immer es die Zeit zulässt. Ich bin im Moment von einem drängenden Fernweh ergriffen, das mir ins Ohr flüstert: ‚Pack deinen Rucksack und nichts wie raus mit dir.‘ Mal sehen, ob ich dieses Flüstern im nächsten Jahr zur Ruhe bringen kann.

Wofür es aber bereits an der Zeit ist – zu sagen: Tut das auch! Wenn ihr spontan seid, schon heute, ansonsten: Am 1. Januar 2012. Auch ich werde mich im Januar wieder auf eine Reise begeben. Auf eine ähnliche, wie im zurückliegenden Jahr, aber, um die Schwierigkeit und die Spannung zu erhöhen, habe ich ein ganz neues Konzept ausgesucht, auf das ich durch eine Freundin stieß. Ich werde darüber in den nächsten Tagen nochmal berichten.
Begebt euch 2012 mit mir auf eine Reise. Nicht auf meine, sondern auf eure ganz eigene. Setzt euch Ziele, und seien sie auch noch so klein, strebt nach ihnen. Natürlich: Ihr werdet an manchen Dingen scheitern, aber auch dieses Scheitern wird euch weiterbringen. Ich bin 2011 auch an Dingen gescheitert, aber dieses Scheitern hat mir stets neue Türen geöffnet. Türen, durch die ich gerne gegangen bin, auch wenn das so nie geplant gewesen war. Auch wenn ich manchmal auf den ersten Blick gedacht habe: ‚Hey, das ist doch gar nicht meine Tür! Was soll das?!‘ Aber hinter diesen Türen warteten Menschen und Erlebnisse, Erfahrungen und Verheißungen auf mich, die mich umgehend vergessen ließen, dass der Weg eigentlich ein anderer hätte sein sollen. Es war immer jemand da, der mir die Tür aufhielt und mir auf die andere Seite half, wenn ich das Gefühl hatte, es aus eigener Kraft nicht über die Türschwelle zu schaffen.

Ich habe in den letzten Monaten so viel Neues, so viel Bereicherndes ausprobiert, so viele Menschen kennen gelernt, ich habe so viel gelacht und zu wenig geschlafen und selbst das war es wert, obwohl ich früher immer sagte, mein Schlaf sei mir heilig. 2011 hat mein Leben eigentlich erst begonnen. All das, was vorher war, war nicht schlecht, aber anders. Weniger lebendig, weniger bunt, weniger laut, weniger erinnerungswürdig. Meine Vorfreude auf 2012 ist unbändig und atemlos – ich kann es kaum noch erwarten, dass das Jahr, in dem ich Abitur machen werde, in dem ich viel Reisen und noch mehr neue Menschen kennen lernen werde, in dem mein Studium und meine völlige Autonomie beginnt, endlich beginnt. Am 1. Januar 2012 werde ich in einem fremden Land mit Freundinnen, die vor einer gar nicht allzu langen Weile noch Fremde für mich waren, ein neues Jahr begrüßen. Das Jahr, auf das alle meine Durchhalteparolen abzielten; 2012 kannst du hier endlich weg. 2012 hast du Abitur, kannst studieren gehen, kannst neue Erfahrungen sammeln. Nur noch ein paar Jahre dann ist 2012. Und jetzt, tja, jetzt, da liegt 2012 nur noch einen Katzensprung von mir entfernt. Einen, den ich gerne, mit geöffneten Augen und einem Lächeln tue. Was jetzt kommt, das kann nur noch gut werden.

(Bild via Great Beyond.)

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4 Kommentare

  1. Das klingt hübsch und ich glaub ich weiß wie es dir geht, und wie du dich fühlst. Ich könnte fast den gleichen Text verfasst haben wie du. Ich möchte mich auch auf eine tolle reise begeben bzw. die reise fortsetzten, die heuer so wundervoll begonnen hat. Ich bin gespannt auf deine Geschichten 🙂

  2. Du weißt, dass ich deine Texte liebe und ich kann dir nicht sagen, wie viel Mut und Kraft du mir damit schon gegeben hast. Ich finde es toll, dass es dir so gut geht, dass du tolle Erfahrungen sammelst und voller Lebensfreude und Aufregung ins neue Jahr 2012 startest. Ich persönlich wünsche dir einfach, dass Alles so wird, wie du es dir wünscht, dass deine eigenen Wünsche noch übertroffen werden, das Dinge geschehen, die du nicht erwartest, die dich begeistern und dir Worte wie diese oben aus dem Leib zaubern! Du hast einen großartigen Schreibstil und mich in dem letzten Jahr sehr sehr bereichert. Ich danke dir! Lisa

  3. Man wird von deinen Texten mitgerissen!
    Mal packt einen ein tief trauriges Gefühl, oder sie erfüllen einen mit einem Tatendrang, den man selbst kaum kannte. Einen Drang, nach Veränderungen.
    Wundervoll!

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