Erste Eindrücke zu … „Once Upon A Time“.

Eigentlich hatte ich geplant, diverse neue Pilotepisoden aller sich irgendwie interessant anhörender neuer amerikanischer Serien anzuschauen und zu bewerten – doch dann kam mir das Leben dazwischen und mein Zeitkontingent reichte prinzipiell. Ich habe einige Piloten gesehen, wirklich überzeugt hat mich aber, nach Switched at Birth, nur der Pilot zu Once Upon A Time.

(Bild via Vstate.)

‚Once upon a time there was an enchanted forest filled with all the classic character we know. Or think we know. One Day they found themselves trapped in a place where all their happy endings were stolen. Our world. This is how it happened…‘

So beginnt das Abenteuer, auf das uns „Once Upon A Time“ mitzunehmen verspricht. Ein Abenteuer, das bereits viele begeisterte Zuschauer mitverfolgen, glaubt man ersten Stimmungstest – und Quoten, die für sich sprechen. Allein den Piloten verfolgten 12,8 Millionen Zuschauer. Mit „Once Upon A Time“ könnte ABC ein Hit gelingen, zumal die langjährigen Lost-Autoren Adam Horowitz und Edward Kitsis mit im Boot sitzen und der Cast um Jennifer Morrison, Ginnifer Goodwin und Kristin Bauer vielversprechend und extravagant ist.

„Once Upon A Time “ erzählt eine Geschichte, wie sie im Fernsehen bisher noch nicht dagewesen ist: Eine Geschichte, die auf den Märchen basiert, mit denen wir aufgewachsen sind, die jeder von uns kennt und viel häufiger lesen sollte. Mir ist es wichtig, in meiner Bewertung nicht zu viel von der Handlung vorwegzunehmen, da „Once Upon A Time“ vor allem auch durch Überraschungsmomente zu dem Erlebnis wird, das es für mich geworden ist: Eine Reise in eine Fantasiewelt, die fasziniert und begeistert, mitreißt und verzaubert. „Once Upon A Time“ verfolgt zwei Handlungsstränge: Einen in der Gegenwart, der scheinbar die Realität abbildet, und einen in der Vergangenheit, der uns in die Märchenwelt eintauchen lässt. Dass es zwischen der Gegenwart und der Märchenwelt eine schockierende Verbindung gibt, wird schon in der ersten Folge recht eindrucksvoll deutlich gemacht. Der Pilot beginnt völlig harmlos: Wir sehen eine junge Frau, Emma (gespielt von Jennifer Morrison, die als Cameron bei Doctor House der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde), die an ihrem Geburtstag ein Date hat, das nicht hält, was es auf den ersten Blick zu sein verspricht. Emma endet alleine in ihrer Wohnung und just in dem Moment, in dem sie die einsame Kerze auf ihrem Geburtstagstörtchen auspustet, klingelt es an ihrer Haustür… Als Emma öffnet, sieht sie sich einem kleinen Jungen mit Märchenbuch unter dem Arm gegenüber: Henry. Henry, der behauptet ihr Sohn zu sein. Emma hat tatsächlich mit 18, vor zehn Jahren, ein Kind zur Adoption freigegeben und beschließt, Henry zu seiner Adoptivfamilie zurück zu bringen – woraufhin sie in Storybrooke landet. Und in Storybrooke erzählt Henry ihr etwas, das sie nicht mehr loslassen soll: Dass die ganze Stadt von Märchenfiguren bevölkert ist, die sich nicht mehr daran erinnern, Märchenfiguren zu sein, da sie durch einen Fluch ewiglich in einer Zeitschleife feststecken. Was Emma mit Schneewittchen zu tun hat und wer die böse Königin ist – all das empfehle ich dringend selbst herauszufinden!

Mir persönlich gefällt besonders, wie Märchen und ‚Wirklichkeit‘ in einander übergehen, dass man als Zuschauer gefordert wird – man bekommt die Geschichte nicht chronologisch erzählt, sondern muss sie selbst schlüssig zusammensetzen, Zusammenhänge erkennen, herausfinden, wer wer im Märchen und in der Gegenwart ist. Spätestens seit „Lost“ liebe ich es, von einer Serie gefordert und in Anspruch genommen zu werden. Mag „Once Upon A Time“ auch nicht so komplex sein wie „Lost“, vermag es den Zuschauer dennoch zu fesseln und gelegentlich schockiert nach Lust ringen lassen – und das alleine schon im Piloten! Die Märchen-Szenen muten zudem sehr an die liebgewonnene Erzähltechnik der Flashbacks an – wir bekommen durch sie Hintergrundwissen zur Charakteren in der Gegenwart. Sehr spannendes Hintergrundwissen fand ich auch in diesem Artikel: ‚Das Duo (Kitsis und Horowitz) gab zu Protokoll, dass sie bereits während ihrer Arbeit an der JJ Abrams-Serie „Felicity“, den ersten Funken einer Idee zum Stoff hatten, jedoch erst nach ihrer Engagement bei „Lost“, wo sie als Executive Producer angestellt waren, ein wirklich klares Bild davon entwickelten. Dabei sei ihnen der Showrunner Damon Lindelof, der auch beim Serienpiloten involviert war, behilflich gewesen.‘ Außerdem wurde angekündigt, dass aufmerksame Zuschauer hin und wieder Anspielungen auf „Lost“ in „Once Upon A Time“ entdecken mögen – ziemlich eindeutig ist jedenfalls die Ankündigung, dass Emilie de Ravin (Claire aus „Lost“) gerade für die Rolle der Belle aus „Die Schöne und das Biest“ gecastet wurde.

Grund zur Freude gibt es auch bereits: ABC hat, nach bloß zwei ausgestrahlten Folgen, eine volle Staffel seines neuen Quotenhits bestellt, das heißt, wir werden noch eine ganze Weile Freude daran haben können, in eine Märchenwelt einzutauchen, die ganz anders ist, als wir sie aus unserer Kindheit kennen – tiefgründiger, komplexer, verworrener. Echter.

Ich empfehle „Once Upon A Time“ allen, die gerne in Fantasiewelten eintauchen, die Lust haben, mal wieder die Märchenbücher aus dem Regal zu kramen, die mit auf eine Reise gehen wollen, deren Ausgang ungewiss ist. „Once Upon A Time“ ist definitiv die Serie meines Herbstes.

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2 Kommentare

  1. Hallo, bin von Once upon a Time auch sehr begeistert und freue mich schon auf die nächsten Folgen. Kennst du Fables, die Comic-Serie? Die Grundidee – Märchenfiguren werden in die Menschenwelt geschleudert – erinnert mich sehr daran. Könnte dir auch gefallen. LG

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