Nordlicht – Mörder ohne Reue.


Nordlicht – Mörder ohne Reue
DVD-Set erscheint am 18. November 2011
6 Folgen auf 6 DVDs

Inhalt: Einen Serienmörder zu fangen, stellt eine besondere Herausforderung dar. Denn man muss die dunklen Seiten des Killers verstehen und sich in seine abgründigsten Fantasien und Sehnsüchte einfühlen, um ihm auf die Schliche kommen zu können. Dabei kann jeder falsche Schritt ein weiteres Leben kosten.
Die selbstbewusste Kommissarin Kathrine Ries Jensen und der nachdenkliche Profiler Thomas Schaeffer sind ein unschlagbares Team. Sie lösen Fälle um Serientäter, kämpfen um das Überleben ihrer eigenen Familien und stellen sich den Dämonen ihrer Vergangenheit und Herkunft. Sie müssen entscheiden, wo die Linie zwischen Gut und Böse verläuft und sich während ihren Ermittlungen jederzeit ihrer Verantwortung stellen – auch wenn es bis an die Grenze dessen geht, was man verantworten kann.

Meinung: Vorab sei angemerkt, dass mir zur Beurteilung des vorliegenden DVD-Sets nur die erste Folge von „Nordlicht – Mörder ohne Reue“ vorliegt und ich mir somit herausnehmen muss, anhand einer Folge über eine erste Staffel zu urteilen, die aus insgesamt 6 Folgen besteht.

„Machtspiele“, so der Titel der Pilotfolge, nimmt uns mit nach Dänemark, wo die Ermittlerin Katrine Ries Jensen (gespielt von Laura Bach) gerade … Schon in der ersten Einstellung wird dem Zuschauer bewusst, dass Jensen kein Weibchen ist: Wir sehen sie beim Boxen, gegen einen männlichen Kollegen, gegen den sie alles andere als unterlegen wirkt. Jensen ist eine starke, toughe und eher zurückhaltende Frau, die noch in ihren Job hineinwächst, zunehmend mehr Verantwortung übertragen bekommt – im Piloten bekommt sie ihren ersten Mordfall anvertraut. Eigentlich müsste Jensen damit genau eine Heldin nach meinem Geschmack sein: Feministisch, unangepasst, ein bisschen kaputt, eher der uneitle Typ. Vermutlich wäre sie das auch, würde Jensen nicht wie einer Schablone entsprungen wirken, so, als hätte man beim Brainstorming jedes erdenkliche Klischee zur ‚toughen Bullin‘ aufgelistet und darauf Katrine Ries Jensen zusammengepuzzlet.

Die Pilotfolge konnte mich auch ansonsten nicht wirklich überzeugen: Zu überzeichnet, zu uninspiriert, die Dialoge platt. Auch das Schauspiel wirkt unsicher, teils aufgesetzt, nicht harmonisch. Der Plot strotzt vor Klischees, will zu viel – komplexe Charaktere, starke Geschichten, überwältigende Action. Erwähnenswert ist obendrein, wie übereilt die erste Folge erzählt wird: Innerhalb von vier Minuten sehen wir Jensen boxen, verfolgen mit, wie sie den Mordfall anvertraut bekommt, zum Fundort fährt, die Leiche begutachtet, mit einem Kollegen zu einem Wohnwagen fährt, es kommt zu einem Schusswechsel – und vom Fall abgezogen wird sie auch noch gleich. Natürlich: Temporeiche Geschichten faszinieren und fesseln, aber in diesem Fall rutscht die gesamte Handlung ins Unrealistische ab, wirkt gehetzt und unsouverän. In der Serienwelt ist weniger eben meistens doch mehr, so abgedroschen das auch klingen mag. Man stößt sich als Zuschauer so sehr an den oben angeführten Kritikpunkten, dass der Fall, den „Machtspiele“ zu erzählen versucht, mehr oder weniger in den Hintergrund tritt.

Eher als Totalausfall ist auch Synchronisation zu werten, die ähnlich hölzern klingt wie die Synchronisation englischer Spätabendkrimis. Die Synchronisation passt nicht zu den Mundbewegungen, wirkt zu dominant im Vergleich zu den Hintergrundgeräuschen, manche Synchronstimmen kennt man schon aus so vielen Produktionen, dass sie nur noch wenig authentisch wirken. Vielleicht liegt es auch an der Synchronisation, dass man sich mit den Charakteren nicht wirklich anfreunden kann, dass ihr Spiel nicht glaubwürdig wirkt.

Mir fehlt der Vergleich zu anderen dänischen Produktionen, aber „Nordlicht“ ist in meinen Augen kein Meisterstück des Kriminalgenres. Wenn man an einem langweiligen Samstagabend nichts besseres mit sich anzufangen weiß, dann kann man sich gewiss auf der Couch zusammenrollen und hängenbleiben – dass die Quoten aber weit hinter den Erwartungen zurückblieben, vermag nicht wirklich zu verwundern; selbst an langweiligen Abenden haben vielleicht nicht alle Fernsehzuschauer Lust, sich von „Nordlicht“ noch mehr langweilen zu lassen…

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2 Comments

  1. Starke Sendung, wenn man diese im OTon schaut. Düsterer Krimi, schwarz gezeichnet und hält mit Wallander locker mit.
    Ähnelt der deutschen Sendung KDD, die ich ebenfalls sehr schätze.
    Beiden Produktionen gelingt es, sich über die inzwischen monotonen Tatorte und Polizeirufe zu positionieren.

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