Die Mütter-Mafia und Friends – Kerstin Gier.


Die Mütter-Mafia und Friends – Das Imperium schlägt zurück von Kerstin Gier
336 Seiten, Anthologie/Frauenroman
erschienen am 13. April 2011

Inhalt: Von Super-Mamis, anderen Mutter-Tieren und dem ach so süßen Nachwuchs … In diesem Buch sind herrlich bissige Kurzgeschichten zum Thema „Mütter“ versammelt – von Kerstin Gier, Hanna Dietz, Henrike Heiland, Birgit Fuchs, Steffi von Wolff, Jana Voosen, Gabriella Engelmann, Dagmar Hansen, Eva Völler, Heide John, Ann Hertz, Andrea Koßmann, Maximilian Buddenbohm, Britt Reißmann und Matthias Sachau. Sie alle werden das Kind schon schaukeln! Kommentiert werden alle Geschichten von der Mütter-Society persönlich.

Meinung: Ich kaufte „Die Mütter-Mafia und Friends“ aufgrund einer Empfehlung – und weil Kerstin Gier so ziemlich die einzige Autorin ist, deren Frauenromane ich wirklich gerne lese. Natürlich war ich mir darüber im Klaren, dass ich dieses Mal ein gewisses Risiko in Kauf nahm, sozusagen ‚mitkaufte‘, da es sich ja um eine Anthologie handelte und nicht um einen von Giers herkömmlichen Romanen. Das Risiko, das ich eingegangen bin, hat sich leider nicht bezahlt gemacht: Mir persönlich hat die Anthologie überhaupt nicht zugesagt.

Gefallen haben mir eigentlich nur, erwartungsgemäß, die von Kerstin Gier verfassten Anteile – die leider recht gering waren. Ansonsten hat mich noch „Das Günther-Prinzip“ von Matthias Sachau bestens unterhalten. Auch amüsant war die Geschichte von Anne Hertz (ein chaotischer, überdrehter E-Mail-Verkehr zwischen diversen Akteure einer Grundschule) und mit „Mama entspannt sich“ von Hanna Dietz konnte ich mich auch noch arrangieren, da ich die Botschaft ganz nett fand: Dass Familien mit perfekter Fassade eigentlich auch nur arme Schweine sind. Die Kurzgeschichten von Gabriella Engelmann und von Steffi von Wolff waren auch noch einigermaßen lesenswert. Danach hörte es aber dann auch schon auf. Klischeelastig, nervtötend, unrealistisch, dämlich, frauenverachtend, altbacken – so ziemlich alles war dabei. Die Feministin in mir wäre phasenweise gerne Amok gelaufen und die kritische Leserin in mir hat sich gefragt, warum das Genre Frauenroman so einen einheitsbreiigen Käse verzapft. Der auch noch gekauft und, von einigen Lesern, für gut befunden wird. Völlig daneben fand ich die Geschichten von Jana Voosen (irgendwas seltendämliches, parabelförmig gemeintes über eine Vogelfamilie) und von Eva Völler (die Schwiegermutter verwandelt sich ernsthaft in einen Dämon, was genauso deplatziert wie die Vogelparabel von Voosen daherkommt). Dagmar Hansen hat mich mit ihrer Geschichte fast eingeschläfert – mal im Ernst: Wer noch das Wort „Steppke“ benutzt, gehört doch längst ins Antiquariat.

Highlight zwischen den Geschichten waren allerdings die Kommentare der Mütter-Society, die von Kerstin Gier stammten und immer auf die Geschichten Bezug nahmen, die Mütter-Society hat nämlich beschlossen, die vorliegenden Kurzgeschichten gemeinsam zu lesen und zu diskutieren. Ich schließe mich den Pöbeleien von der dauerbetrunkenen Society-Mutter Sabine an: Viel Schrott, wenige Highlights. Weiterempfehlen würde ich „Die Mütter-Mafia und Friends“ nicht – wenn schon Trivialliteratur, dann ein „echter“ Gier.

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1 Comment

  1. Ach, schade, ich fand es es gut – wie gesagt 😉
    Ich wundere mich grade über „altbacken“ und „fraunverachtend“. Entweder ist mein Gedächnis miserabel oder unsere feministischen Ansichtern unterscheiden sich doch mehr als gedacht? (Was mich enorm wundern würde. Ich schiebe es auf mein Gedächnis.)

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