Happy Midyear II.

2. Juli 2011. Die Hälfte des Jahres ist geschafft. Happy Midyear.

Ich weiß noch ganz genau, wie ich im vergangenen Jahr den Happy Midyear Post verfasste. Ich weiß es noch, als wäre es erst gestern gewesen. Ich erinnere mich unter anderem noch so genau daran, weil ich schrieb, dass ich für dieses Jahr, 2010, keine Vorsätze gefasst hatte, dass ich einfach beschlossen hatte, in das Jahr hineinzuleben und dass Vorsätze ja sowieso nur dazu da sein, gebrochen zu werden. Im vergangenen Jahr hatte ich am 2. Juli gerade mal 16 Bücher gelesen – dieses Jahr sind es 26. Meine Zahl an Twitterfollowern hat sich in einem Jahr verdoppelt. Es wurden wieder Blogposts geklaut und trotzdem habe ich weitergemacht, es geliebt, Kulturimpressionen und Werke aus der Textwerkstatt mit euch zu teilen. Ich habe neue Serien für mich entdeckt und neue Autoren, ich habe gute Klausuren geschrieben und die schlechten, die kann ich an zwei Fingern abzählen. Ich habe viel ausgehalten und ausgesessen, aber noch viel mehr habe ich in die Hand genommen, bezwungen, erlebt, erfahren.

Das erste halbe Jahr 2011 war ein anderes, als es das erste halbe Jahr 2010 war. Wenn ich dieses Jahr „Happy Midyear“ schreibe, dann liegen darin ganz andere Emotionen als 2010. Das, was dieses Jahr mitschwingt, ist innbrünstiger, ehrlicher, freudiger, lebensbejahender. Ich habe so viel unternommen, wie noch nie in meinem Leben. Ich bin so viel Bahn gefahren, wie noch nie. Ich habe zum ersten Mal Menschen getroffen, die ich über das Internet kennen gelernt habe. Ich habe ein Praktikum in einer Buchhandlung gemacht und weiß in etwa, was ich studieren werde, wo ich in einem Jahr sein werde, dass die Schule so gut wie vorbei ist. Nach den Ferien, da sind es eigentlich nur noch 5 Monate Schule und dann nie wieder. 5 Monate. Wenn ich darüber nachdenke, wie ransend schnell die vergangenen 6 Monate rumgegangen sind, dann kann ich wirklich sagen: Einmal blinzeln und ich habe Abi. (…) Was ansonsten geschah: Ich habe jeden Monat etwas Neues ausprobiert, Yoga zum Beispiel, Blutspenden, den Beitritt bei der Grünen Jugend. Ich war in Würzburg beim Bundeskongress und habe mich der Ortsgruppe angeschlossen. Ich war auf einer Anti-Atom-Demo. Ich habe einen neuen Nebenjob gefunden und kassiere jetzt Konsumgüter, während ich meinen eigenen Konsum hinterfragt und völlig auf den Kopf gestellt habe. Seit Februar habe ich keinen Fuß mehr in eine H&M-Filiale gesetzt, nur noch Fair Trade gekauft und festgestellt, was für Schätze man eigentlich im eigenen Kleiderschrank findet, wenn man nicht ständig neue Teile kauft und die alten immer weiter nach hinten rutschen. Ich bin genügsamer geworden und glücklicher. Je weniger ich besitze und je mehr Überblick ich über diese Dinge habe, desto freier ist mein Geist. Ich glaube, ich bin die geborene Minimalistin. Wenn ich an Neujahr 2011, als meine Vorsätze sozusagen in Kraft traten, denke, dann denke ich daran, dass es das erste Neujahr ohne meine Großmutter war.

Neujahr 2011, da ahnte ich noch nicht, wie rasant die erste Hälfte des Jahres für mich werden würde. Wie abenteuerreich, wie erinnerungswürdig, wie voll von Internetmenschen und Bahnfahrten. Als ich meine Vorsätze fasste, mein Projekt 2011 startete, da war ich mir darüber im Klaren, dass sich etwas tun würde – weil ich kein Mensch bin, der halbe Sachen macht. Ich fasste diese Vorsätze im tiefen Bewusstsein, dass ich damit viele Steine ins Rollen bringen würde. Wie gut mir das tun würde, wie viel Lebensqualität ich hinzugewinnen würde, das konnte ich in diesem kalten, harten, zehrenden Winter nicht ahnen. Ich bin froh, dass ich Vorsätze gefasst habe, zum ersten Mal in meinem Leben, und kann das nur jedem ans Herz legen. Sorgt dafür, dass ihr einen Unterschied macht, dass ihr euer Jahr oder gar euer Leben nicht verschlaft. Seid kreativ, lasst euch inspirieren und inspiriert. Und: Steht hinter den Dingen, die ihr tut. Nur mit ganzem Herzen kann ein Projekt wie das meine gelingen. Ich bin mörderisch gespannt, was mir im nächsten halben Jahr widerfahren wird. Was für Überraschungen und Abenteuer das Leben noch für mich bereit hält. Ich hoffe, dass ich in 6 Monaten, wenn ich auf das ganze Jahr und auf mein Projekt 2011 im Ganzen zurückblicken kann, immer noch sagen kann: Dieses Jahr, das hat mir gehört.

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4 Comments

  1. »Einmal blinzeln und ich habe Abi«.

    Genauso in etwas ist das Gefühl.
    Und das Amüsante ist: Bei mir sind es auch 26.

    Ich drück dir die Daumen, dass das klappt, dass 2011 dir gehört.

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