Ich möchte in einer Welt leben, die nur eine Utopie kennt.

Normalerweise klatsche ich hier ja nicht einfach so Links hin, aber an dieser Stelle möchte ich es doch tun. Lest diesen Artikel von Roman Held (hoch21). Und dann diesen ehemaligen Kommentar im CDU-Forum. Es ist mir ein Anliegen, dass auch die letzten, die noch nichts von der Geschichte mitbekommen haben, davon hören, sich Gedanken machen, hinterfragen, ob es nicht für jeden von uns an der Zeit ist, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen gegen Homophobie und Intoleranz.

Ich möchte nicht in einer Welt leben, die mir verbietet, eine Frau zu lieben. Ich möchte in einer Welt leben, die mich darin unterstützt, auf mein Herz zu hören, meinen Gefühlen zu folgen, die Wahl zu haben, mich nicht festlegen zu müssen, wen ich lieben will. Ich möchte in einer Welt leben, die bei Homosexualität nicht von einem „gesamtgesellschaftlichen Problem“ spricht, sondern von gelebter Liebe, von einem Lebensentwurf. Ich möchte in einer Welt leben, die nur eine Utopie kennt: Dass wir alle miteinander leben, frei, unabhängig, tolerant. Ich glaube nicht, dass ich oder meine Kinder oder Kindeskinder jemals solch eine Welt erleben werden. Das macht mich traurig und wütend. Aber es treibt mich auch dazu an, alles zu geben, wenigstens die Weichen für eine Veränderung zum Positiven zu stellen.

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7 Kommentare

  1. Danke für diesen Beitrag! Und auch wenn die Aussichten nicht sonderlich rosig sind. Wenn sich nur ein Mensch Deine Worte zu Herzen nimmt, ist schon etwas gewonnen und ein Schritt zur Utopie getan.

  2. Diese Homophobie ist einfach schrecklich. Ich habe nie verstanden, was gegen Homosexuelle sprechen sollte. Dann habe ich Rita Mae Brown gelesen (die kann mehr als nur Katzenkrimis schreiben). Von „Goldene Zeiten“ und den darin beschriebenen Freundschaften war ich so angetan, dass ich auch lesbisch sein wollte. Seither verstehe ich Homophobie noch weniger.
    Und ecke damit in meinen freikirchlichen Kreisen gewaltig an. Mann, ist das ein einbalsamiertes Volk!
    Gut, dass Du diesen Text hier postest!

  3. Fast noch besser ist hier die Partei Bibeltreuer Christen, PBC:
    „Für uns als Partei Bibeltreuer Christen ist political correctness kein Maßstab. Vielmehr hinterfragen wir den Zeitgeist und suchen nach der „biblical correctness“, also nach dem, was der Bibel entspricht, weil die Bibel für uns der Maßstab der Politik ist. “
    Gleichzeitig tritt diese Partei für das Recht ein, „aus der Homosexualität aussteigen zu können.“
    Ich war – und bin – sprachlos.

      1. Ich erinnere mich daran, zu irgendeiner Wahl (Bundestagswahl 2009 oder so) einen Wahlwerbespot von denen gesehen hat, nach dem ich fast kotzen musste. Bei Youtube sah ich den damals, als ich mir von den ganzen unbekannten Parteien die Spots ansah, um darüber zu bloggen.

        Ich habe den Artikel sogar wiedergefunden: https://sockenschublade.wordpress.com/2009/06/07/ich-glaube-ich-spinne/

        Es war allerdings die Christliche Mitte, die sich sehr ausdrücklich gegen Homosexualität aussprach. Total geisteskrank. (Vor allem, dass ARD das anscheinend ausgestrahlt hat!!!)

  4. Ich dachte die mögliche Therapierbarkeit von Homosexualität wurde in den 60er/70er Jahren zu Akten gelegt?! Wie kann man denn ernsthaft immernoch glauben, dass Homosexualität eine Krankheit ist? Ich bin geschockt.

    Danke für diesen Post, auch ich möchte in einer Welt leben, in der jeder denjenigen lieben kann, den er lieben will.

  5. gott, mir wird übel, wenn ich solche sachen lesen/hören/sehen muss. Ich verstehe das nicht. so einfach ist das bei mir: ich verstehe diese homophobie schlicht und ergreifend nicht.
    und da stimme ich dir zu, mirka: ich möchte nicht in einer welt leben, in die liebe als sündig oder unmoralisch gelten kann. ich möchte nicht in einer welt leben, die es sich anmaßt, so vielen freunden von mir das lieben zu verbieten. weil ich auch immer noch nicht verstehen kann, weswegen sich menschen mit angst im blick outen müssen. weil man doch lieben muss. weil ich nicht verstehe, dass das „erlaubt“ werden muss.
    und deswegen applaudiere ich glee. deswegen applaudiere ich skins. deswege. applaudiere ich grey’s anatomy und dr house. ich applaudiere den leuten, die händchen haltend über die straße gehen, egal welches geschlecht sie haben. ob sie beides frauen sind, oder beides männes, oder ein mann und eine frau. ich applaudiere, weil sie zeigen ‚hey, wir gehören zusammen.‘ weil sie zeigen, das, wie albus dumbledore sagt, liebe nun mal schlicht und einfach die größte macht ist, die es auf erden gibt.

    mich machen solche beiträge wie in dem forum so unfassbar wütend.

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