her mit dem schönen leben!

Jungsein, das haben wir uns genau so vorgestellt und völlig anders. Jungsein, das war frei sein und jung sein, das war anders sein. Erst waren wir gemeinsam frei, um dann anders zu sein.

Deine Laune konnte man oft an deiner T-Shirt-Wahl erkennen. Andere Menschen tragen T-Shirts, um etwas anzuhaben. Für dich aber sind sie eine Religion. Du trägst deine Serienhelden spazieren („Wer der gruselige Typ auf meinem T-Shirt ist? Im Ernst? Das ist XYZ.“) oder Comicfiguren, ein buntes Wirrwarr aus Krümelmonster und Popey. Bands. Hübsche Personen, die irgendwelche Leute fotografiert und auf T-Shirts gebannt haben, mit Sonnenbrillen und wallenden Haaren, mit träumerischen Blicken und schrillen Gesten. Und Slogans. Du hast einen Haufen voller T-Shirts mit Slogans. An dem Tag, an dem du dich in der Schule plötzlich neben mich setztes, da trugst du das grüne mit der pinken Schrift; her mit dem schönen leben!

Andere Menschen sehen auf Fotos oft aus wie konserviert, wie eingefroren, eine Pose, ein Standbild, ein gestellter Moment, der das Wort Moment gar nicht verdient. Fotos mit dir sind echte Momentaufnahmen. Betrachtet man sie, hat man fast das Gefühl, du müsstest dich jeden Augenblick bewegen, so lebendig wirkst du. Fotos mit dir sieht man an, dass du Pläne hast und Visionen, du bist ein Mensch, der nicht in seiner Gegenwart gefangen ist, sondern der die nächste Minute schon als Zukunft betrachtet, eine Zukunft, die es zu füllen gilt und zu packen, zu erobern und zu bezwingen. Du tanzt durch die Zeit wie eine Fee.

Nicht teilzunehmen, an diesem Leben, das kam für dich nie in Frage. Du standest morgens auf, wissend, dass für dich alles immer mehr als eine Pflichtveranstaltung sein würde. Und ich stand morgens auf, weil ich dich hatte. Du wusstest das und bist in diesem Wissen gegangen.

(Bild via Riley Alexandra.)

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4 Comments

  1. Mich würde ja interessieren, über wen du schreibst. Irgendwoher musst du doch diese Ideen haben, an irgendwen müssen die diese Personen doch erinnern. Das wirkt schließlich alles so wahr bei dir. Ich muss schon sagen, du schreibst prima!

  2. Ich bin über deinen Kommentar (danke für den übrigens) auf deinen Blog gestoßen und ich muss sagen, dass ich regelrecht begeistert bin, von deiner Art zu schreiben, aber auch von der Art, wie du die Menschen zu sehen scheinst, sie speicherst und abbildest, hier, in deinen Texten. Ich bin fasziniert und begeistert!

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