Projekt 2011 – Ein Update.

Man könnte fast meinen, mein Happiness Project ist in der Versenkung verschwunden. Schaut man bei den vergangenen Posting zum Thema Umwelt und Engagement allerdings auf die Tags, dann stellt man fest: Es lebt, es geht weiter, es bringt mich weiter. Für detaillierte Wochenrückblicke fehlt mir irgendwie doch die Zeit – aber ich bin bemüht, künftig häufiger explizit darauf einzugehen, vielleicht jeden Monat einzeln zu reflektieren. Für alle, die neu dabei sind: Meine Vorsätze für das Jahr 2011 findet ihr hier.

Ich werde an dieser Stelle nicht wirklich auf die zurückliegenden Wochen eingehen – ich werde vielmehr einen ersten Blick auf meine Erfolge werfen, auf das, was ich bisher verwirklichen konnte von meinen Vorsätzen und erste Vermutungen darüber anstellen, was für Auswirkungen das auf mich hatte.

In den vergangenen dreieinhalb Monaten habe ich einen Yogakurs besucht und häufiger Tagebuch geschrieben, jeden Termin in meinen Kalender eingetragen und nach und nach kleine Baustellen in meiner Wohnung aufgeräumt, auch wenn es noch ein langer Weg ist, bis sie so ist, wie sie sein soll. Ich habe mehr Wasser getrunken als je zuvor und mich fest für einen Aerobickurs angemeldet, den ich – sieht man von den letzten Wochen, in denen ich ständig krank war, ab – recht regelmäßig besucht. Ich habe Blut gespendet und mich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei typisieren lassen. Ich habe mein Geld sinnvoll angelegt. Ich habe mich Hals über Kopf in Vampire Diaries verliebt und viel Lost gesehen und schlussendlich eine Facharbeit über diese umwerfende Serie abgegeben, auf die ich stolz sein kann. Serienmäßig war außerdem Nikita eine tolle Neuentdeckung. 2011 hat noch nicht sehr viele an meiner Einstellung zu Filmen geändert: Hin und wieder mal einer ist toll, aber Filmjunkie werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr. (Auch wenn ich Lost in Translation immer und immer und immer wieder ansehen könnte. Und Babel mich auch ziemlich umgehauen hat.) Meine Haare wachsen munter und ich habe sie seit vergangenen August nicht mehr gefärbt – den Streifenhörnchenlook trage ich mit so viel Würde wie eben möglich. Ich habe eine Blume gekauft, wenn auch keinen Hibiskus wie anfangs angedacht (so aufwändig, wie der zu pflegen ist, hätte ich auch gleich ein Baby bekommen können). Stattdessen erfreut mich nun Carlchen, eine Orchidee. Sie lebt schon seit über einer Woche bei mir und macht noch keine Anstalten einzugehen, im Gegenteil, eine der Knospen, die vor einer Woche noch verschlossen war, hat sich mittlerweile geöffnet. Es ist so unglaublich schön zu sehen, wie eine einzige Knospe sich innerhalb von zwei Tagen immer weiter und schlussendlich vollständig öffnet. Ich habe jeden Monat etwas Neues ausprobiert – und es nie bereut. Es ist schön, sich auf Neues einzulassen. Im Januar habe ich meine erste eigene Unterschrift auf ein Bankdokument setzen dürfen, ohne auch noch die meiner Eltern einholen zu müssen. Im Februar habe ich zum ersten Mal Yoga ausprobiert – und festgestellt, dass es unglaublich schwer ist, an nichts zu denken, sich zu entspannen, anderthalb Stunden nur bei sich zu sein. In dieser Konstellation – ich war mit Abstand die Jüngste, die anderen Kursteilnehmerinnen hätten allesamt mindestens meine Mütter sein können – würde ich nicht noch einmal einen Kurs besuchen. Über allem schwebte eine Aura der Resignation, des weiblichen Rollenklischees: Gelangweilte Hausfrauen, die sich denken ‚Probiere ich doch einfach mal Yoga, vielleicht ist das die Antwort‘. Irgendwann gebe ich Yoga aber nochmal eine Chance. Im März habe ich zum ersten Mal Blut gespendet und bin der Grünen Jugend beigetreten. Und ab Morgen bin ich für zwei Wochen Praktikantin in einer Buchhandlung, finde heraus, ob da wirklich irgendwo mein Platz im Leben liegen könnte. Einen Ausblick auf den Mai kann ich auch schon geben: Ich werde zum ersten Mal ganz alleine Bahn fahren, zum einen zu dem ersten Treffen des Lesezirkels, dem ich diesen Monat beigetreten bin (noch etwas Neues, das ich ausprobiert habe bzw. durch das Treffen noch ausprobieren werde), zum anderen zum Bundeskongress der Grünen Jugend nach Würzburg. Ein Wochenende unter wildfremden Jugendlichen. Ich bin gespannt und ein klitzekleines bisschen aufgeregt und recht erstaunt, dass ich mich da tatsächlich angemeldet habe.

Mehr lesen, noch mehr als im Vorjahr, stand ebenfalls auf meiner Agenda – und ich schaffe es in der Tat, vor allem in den letzten Wochen. Ich habe viel weniger ferngesehen, war viel weniger im Internet, und habe dafür viel mehr gelesen. Interessante, vielseitige, facettenreiche Bücher. Viele Rezensionsexemplare, etwas für den Lesezirkel (unter anderem der erste Panem-Teil, den ich gestern begonnen habe und der mir schon ausgesprochen gut gefällt). Ich habe mich endgültig in die Brigitte verliebt, weil die so eine tolle Kulturseite haben, wo drei Spezialisten ihre Top 5 Bücher, DVDs und CDs auflisten. Dank irrsinnig vieler Paybackpunkte (für eine Reise zum Mond reichte es aber leider noch nicht) habe ich jetzt kostenlos ein Jahresabo ergattert.

Geld habe ich recht wenig ausgegeben, ich habe bislang noch kein einziges Buch gekauft – zwei neue Bücher habe ich allerdings von meinen Gutscheinen bestellt. DVDs haben auch nicht wirklich viele Einzug in mein trautes Heim gehalten, außer die erste Staffel Alias, die ich bei Tauschticket ergatterte, die sechste Staffel The L Word und die erste Staffel Vampire Diaries, mit der ich mich slbst für den Facharbeitsstress belohnte. (So ganz ist dieses frauentypische „Jetzt belohne/entschädige ich mich…“ wohl doch noch nicht aus mir raus.) Ansonsten habe ich mich entschieden, bewusster zu leben – fair trade Klamotten zu kaufen, wenige, da teuer, aber praktikabel, da Schrank insgesamt ziemlich voll. Und ich lebe seit ein paar Wochen vegetarisch. Noch mache ich einen recht weiten Bogen um die Wursttheke, da ich den Anblick meiner Lieblingssalami vermutlich nur schwer ertragen würde, aber insgesamt lebt es sich so ziemlich gut. Mit Ketchup schmecken Sojanuggets und „echte“ Nuggets sowieso total identisch. Und Schnitzel ebenfalls.

Was ich bisher über mein Projekt 2011 sagen kann: Es fordert mich, es macht mir Spaß, es treibt mich an, es gibt mir Sinn und hilft mir, mich noch besser kennen zu lernen, mich noch besser zu verstehen. Es gibt immer noch Punkte, die ich weiter ausbauen möchte, die ich bislang zu sehr ignoriert habe, aber ich bin auf einem guten Weg – und das gibt mir ein gutes Gefühl. Ich habe Lust und Kraft, dieses Jahr weiterhin ein gutes sein zu lassen.

Bücher Februar bis dato:

Wir werden zusammen alt – Camille de Peretti, 282 Seiten Februar (28.01.2011 – 06.02.2011)
Ein Akt der Gewalt – Ryan David Jahn, 269 Seiten Februar (15.01.2011 – 13.02.2011)
Smaragdgrün – Kerstin Gier, 487 Seiten Februar (13.02.2011 – 16.02.2011)
Aus die Maus – Matthias Nölke, 160 Seiten Februar (16.02.2011 – 20.02.2011)
Ohne Netz – Alex Rühle, 223 Seiten März (24.02.2011 – 05.03.2011)
Tschick – Wolfgang Herrndorf, 253 Seiten März (07.03.2011 – 15.03.2011)
Herznovelle – Julya Rabinowich, 157 Seiten März (17.02.2011 – 27.03.2011)
Endzeit – Liz Jensen, 395 Seiten März (15.03.2011 – 29.03.2011)
Acht Wochen verrückt – Eva Lohmann, 208 Seiten März (29.03.2011 – 30.03.2011)
Lieber Mischa – Lena Gorelik, 184 Seiten April (05.04.2011 – 09.04.2011)
Die Auswahl – Cassia & Ky – Ally Condie, 452 Seiten April (09.04.2011 – 14.04.2011)

DVDs Februar bis dato:

Lost Season 2 Rewatch – 15. Januar 2011 – 3. Februar 2011
The Vampire Diaries Season 1 (ab Folge 5) – 16. Januar 2011 – 27. Februar 2011 (im Internet)
Inception – 22. Januar 2011
Fringe Season 2 (ab Folge 11) – 24. Januar 2011 – 28. Januar 2011
Alias Season 1 – 29. Januar 2011 – 14. Februar 2011
Lost Season 3 Rewatch – 3. Februar 2011 – 20. Februar 2011
Glee Season 1 – 16. Februar 2011-
The L Word Season 5 – 18. Februar 2011 – 04. April 2011
Lost Season 4 Rewatch – 20. Februar 2011 – 11. März 2011
The Vampire Diaries Season 2 – 27. Februar 2011 – 7. März 2011 (im Internet)
Fringe Season 3 – 7. März 2011 – 14. März 2011 (im Internet)
Lost Season 5 Rewatch – 12. März 2011 –
Nikita Season 1 – 03. April 2011 – (im Internet)
Babel – 10. April 2011
Lost in Translation Rewatch – 17. April 2011
The L Word Season 6 – 17. April 2011 –

Außerdem immer die aktuellen Folgen Grey’s Anatomy, Fringe und Vampire Diaries nach Erscheinung angesehen.

Advertisements

19 Kommentare

  1. Hört sich toll an, was du bisher erreicht hast! Wenn ich dir einen Tipp geben darf: Fange früh an mit dem Stricken, es macht Spaß und süchtig und man bekommt dabei auch herrliche Schals, Mützen etc. Das macht sich sicher auch in Würzburg gut, bei uns stricken die meisten jungen Grünen 🙂

      1. Und fang am besten mit dicker Wolle und dicken Nadeln an, sonst bist du ziemlich schnell gefrustet wegen zu langsamer Fortschritte …

  2. Wow, der Eintrag oben hätte genauso gut von mir sein können.. Bis auf den Yoga-Teil. Und Lost in Translation. Kurioser Film. Hast du schon Pläne für den Roadtrip? Ohje Würzburg! Ich glaube das wird lustig, n Kumpel von mir, der überzeugter Grüner ist, wird mich wohl mit dahin schleifen.

    P.S.: Schonmal daran gedacht, Vegan zu leben? Ich kann mir das irgendwie nicht richtig vorstellen..

    1. Nein, vegan zu leben kann ich mir überhaupt nicht vorstellen – dafür liebe ich Essen zu sehr und würde mich viel zu eingeschränkt fühlen. Nie wieder Spiegelei, wie schrecklich!

      Roadtrippläne habe ich bislang noch nicht, ich weiß auch nicht so genau, ob das dieses Jahr wirklich klappt.

  3. Hab gerade Dein Netztagebuch gelesen, seeehr beeindruckend. Besonders wenn Du wirklich erst 18 bist wie Du sagst. Du hast eine ganz besondere Art zu schreiben, die mich unglaublich anzieht obwohl das das krasse Gegenteil ist von dem, was ich so vertrete. Merkwürdig, sehr merkwürdig.

    Du solltest unbedingt ein Buch schreiben!

  4. Du verwendest verhältnismäßig wenige Fremdwörter in Deinen Texten, behalte das bitte bei! Die deutsche Sprache gibt es nur einmal und wir können uns in ihr ausdrücken wie in keiner anderen. Oft muß man nur etwas suchen und man findet ein deutsches Wort wo einem Fernsehen, Zeitungen und das Netz zwanghaft Anglizismen andrehen wollen.

    Wer große Begabung hat, und das hast Du, kann sogar selbst sprachschaffend tätig werden. ,,Zeitgeist“ oder ,,Übermensch“ waren auch merkwürdige Worte bevor sie große Denker geprägt haben. Warum nicht ,,Kettenfolge“ sagen statt ,,Kettenreaktion“? Warum nicht ,,Ausfuhr“ statt ,,Export“? Warum nicht ,,Weltenbrand“ statt ,,Apokalypse“?

    Franzosen und Engländer haben ihre ursprünglichen (keltischen) Sprachen durch die Römer (und, im Falle Englands, durch uns: ,,Angeln“ und ,,Sachsen“ siedelten von hier über!) heute fast vollends verloren: Eines der wenigen keltischen Wörter im Französischen ist heute noch ,,mouton“. Wollen wir ebenfalls dieses Schicksal erleiden? Nein! Dafür ist unsere Sprache zu wunderbar.

    Du kannst mithelfen! Denk mal drüber nach bitte.

    1. Ich denke, zu verkrampft sollte man das Thema nicht angehen – wer andere Worte als Computer oder Internet etc. verwendet klingt irgendwie genauso lächerlich, wie jemand, der davon spricht, dass Lindsay Lohan mal wieder in der „Rehab“ ist (Entzug tut’s da ja irgendwie auch) oder dass die Mitarbeiter „outgesourcet“ wurden. Insgesamt ist es mir aber schon wichtig, mit dem zu Arbeiten, was ‚meine‘ Sprache mir bietet – ziemlich viel nämlich.

      1. ,,wer andere Worte als Computer oder Internet etc. verwendet klingt irgendwie genauso lächerlich,“

        Naja, klingen ,,Rechner“ und ,,Netz“ jetzt so doof? 😉

        Vieles ist ganz einfach Gewöhnung. Ich hab mir jetzt angewöhnt, ,,Schriftschaffer“ statt ,,Autor“ zu sagen, da ist aber noch Vieles im Fluß bei mir bis sich eine endgültige (,,finale“) Lösung findet. Ich werd da mal eine Liste, Stoffsammlung auf meinem Netztagebuch (,,Blog“) erstellen demnächst.

  5. Was, du hast dich in die Brigitte verliebt?! Bisher war mir immer alles, was du geschrieben hast, supersympathisch, aber das reißts raus 😀

    …seitdem ich mir vor fast 2 Jahren ien 2-Jahres-Abo von einem angeblichen Drogensüchtigen aufschwatzen hab lassen (den Fehler mach ich aber auch nie wieder 😀 ), darf ich mich alle zwei Wochen in schöner Regelmäßigkeit von der ziemlichen Substanzslosigkeit dieses Heftchens überzeugen… wundert mich wirklich, dass du da noch irgendwas lesenswertes rausliest 😉

    Aber ansonsten – echt beeindruckend, dass du dein Projekt so toll durchziehst!

    1. Ich mag die Kulturseiten ganz gerne – die Top 5 Bücher, CDs und DVDs. Und mir gefallen oftmals auch die Dossiers. Klar, vieles kann man vergessen – aber irgendeine leichte Zeitschrift zum Kaffee ist Pflicht und da ich den ganzen reinen Mode-Star-Magazinen überhaupt nichts (mehr) abgewinnen kann (wen kümmert’s, welcher Star 7 Kilo zugenommen hat und wer mal wieder auf „Rehab“ – solch ein blödes Wort – ist?), ist mir die Brigitte da irgendwie lieber. Und gegen ein Gratisabo, das sich nach einem Jahr nicht selbst verlängert, habe ich nichts einzuwenden. 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s