Diese Tage zwischen Winter und Frühling.

Das erste Mal im Jahr bei offenem Fenster nicht frieren und, ganz verwegen, die Jacke nicht zumachen. Der erste Hauch einer Ahnung, dass bald ganz vielleicht Frühling wird. Das Auto morgens nur noch ganz selten freikratzen müssen und an manchen Tagen gar nicht. Freistunden und Lost und Schokokekse aus diesen teuren grünen Boxen, in denen ich als Kind Briefe und Postkarten gesammelt habe, sobald sie leer waren. Den Müll in Hausschuhen rausbringen und beim Putzen schräg zu den Klängen des Radios mitsingen – bis man merkt, dass das Fenster ja immer noch offen ist. Das Internet verfluchen, wenn es mal wieder gerade dann verstirbt, wenn man einen wichtigen Text übersetzt. Morgens ein bisschen besser gelaunt sein, weil es endlich schon ein bisschen hell ist, wenn man sich in die grausame Welt hinauswagt. Kolonialgeschichte lernen und Gedichte interpretieren. Auf den Schlussgong warten. Kitschige Mädchenbücher lesen und sich köstlich amüsieren. Verantwortung übernehmen. Seinen Weg gehen. In sich ruhen. Den Frühling begrüßen, herbeisehnen, kaum abwarten können.

Diese Tage zwischen Winter und Frühling, wenn alles in der Schwebe hängt. Diese Tage, in denen sich die Bilder noch nicht ganz entscheiden können, ob sie schwarz-weiß sind oder doch schon ein wenig bunt. Diese Tage, die nach Veränderung schmecken.

(Bild via.)

Advertisements

3 Comments

  1. Ich kenne dieses Gefühl, das du beschreibst, sehr gut. Und dann auch wieder überhaupt nicht. Mir gefällt dieser Post. Ich werde in Zukunft wohl öfters hier vorbei schauen, dh. den Feed abonnieren.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s