Das Regenmädchen – Gabi Kreslehner.

Das Regenmädchen von Gabi Kreslehner
295 Seiten, Kriminalroman
erschienen am 16. Dezember 2010

Er nickte und verschwand in der Küche. Kurze Zeit später kam er wieder.
„Sie hatte etwas Trauriges“, sagte er. „Und etwas Leuchtendes. Und es war noch nicht entschieden, was überwiegen sollte. Es war noch nichts entschieden.“
Später, als sie ging, dachte Franza daran, dass er das gesagt hatte. Jetzt war es entschieden. (S. 79)

Inhalt: Eine regennasse Fahrbahn. Einzelne Autos, die vorbeirauschen. Ein grauer Morgen. Als Kommissarin Franza Oberwieser an den Tatort kommt, trifft sie der Anblick der Toten wie ein Schlag. Ein schönes junges Mädchen in einem glitzernden Ballkleid liegt verrenkt am Straßenrand. Franza beginnt Fragen zu stellen und begegnet nur Menschen, die etwas zu verbergen haben. Dunkle Seiten, Abgründe, Lügen. Die Tote kannte sie alle. Musste sie deshalb sterben?

Meinung: Mit Krimis konnte ich noch nie etwas anfangen – also habe ich das Lesen nach einigen nicht sonderlich glücklichen Versuchen schlichtweg eingestellt. Bis ich über die Leseprobe von „Das Regenmädchen“ von Gabi Kreslehner stolperte. Auf den ersten Blick schon wurde ich gefangen genommen von ihrem sehr schönen, bildhaften Erzählstil, man könnte fast sagen, dass er für einen Krimi schon nahezu unangebracht schön ist.

Mir hat auch sehr gut gefallen, dass Kreslehner die Geschichte aus verschiedenen Gesichtspunkten erzählt, aus denen der Ermittler, aber auch der des Opfers und des Täters und des Freundes des Opfers. Dadurch wird die Geschichte sehr lebendig und glaubhaft, auch wenn man an manchen Stellen vielleicht manchmal über zu pathetische Stellen stolpert.

Einziges Manko: Für echte Krimi- und Thrillerliebhaber ist „Das Regenmädchen“ eher ungeeignet, schreibt Kreslehner doch viel eher zeitgenössische Literatur, als einen konventionellen Kriminalroman. Kreslehner setzt sich eher mit menschlichen Abgründen und der Endlichkeit des Lebens, mit einem fortwährenden Kreislauf auseinander, als mit wilden Verfolgungsjagden, . Selbst die spannenden Szenen besitzen eine gewisse emotionale Tiefe und bestechen eher durch das Erzählerische, als durch typische Krimibestandteile. Man könnte Kreslehner auch vorwerfen, dass ab einer gewissen Stelle, hat man auch nur ein wenig auf die Beschreibung aller Personen im Verlauf der Geschichte geachtet, zu 100 Prozent ersichtlich ist, wer der Täter ist. Ich tue es nicht. Weil mich das zu keinem Zeitpunkt gestört hat. Meiner Meinung nah ging es bei „Das Regenmädchen“ nicht um einen zunehmenden Spannungsaufbau und ein überraschendes Identifizieren des Täters am Schluss, sondern darum, eine glaubwürdige Geschichte zu erzählen. Mich hat auch nicht gestört, dass das Privatleben einer der Ermittler, Franza, sehr im Vordergrund stand, im Gegenteil, ich habe es als spannend empfunden, dass auch dieses Aspekte eingebracht wurden.

Fazit: Wer sich bei Krimis sonst manchmal ein wenig schwertut, weil er mit wilden Verfolgungsjagden, brutal geschilderten Todesszenen und einem ausufernden Finale nicht viel anfangen kann, wird dieses Buch lieben. Wer aber eher auf typische Krimis und Thriller zurückgreift, könnte hier eine Enttäuschung erleben und die Schilderungen um das Privatleben der Ermittler als viel zu ausufernd empfinden. Ich jedenfalls hatte meinen Spaß beim Lesen und warte sehnsüchtig auf ein weiteres Werk von Gabi Kreslehner.

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4 Kommentare

  1. Im Bett liegen bleiben, für immer, am Besten. Aufhören, an mir zu arbeiten. Aufhören, schöne Dinge zu tun. Aufhören, zu fühlen. Es würde für mich bedeuten, den Kampf zu beenden. Einfach… ja, aufhören, an mir zu arbeiten, vollkommen in meinem Leid zu versinken. Für immer.

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