The worst is yet to come.

Ich frage mich, ob da wohl ein Punkt ist, an den wir gerade reisen. Ein Punkt, von dem aus es nicht mehr tiefer geht, nicht mehr schlimmer, nicht mehr zermürbender. Ob es da irgendwo ein Ende gibt, ein Ende des freien Falls, oder ob das dann dein Tod ist.

Nach und nach verlernst du die Dinge, die wir alle als kleine Kinder gelernt haben. Ein paar instinkthaft, ein paar unter der Anleitung unserer Eltern: Essen, laufen, sprechen, lächeln, Menschen in die Augen sehen. All das, was uns als Mensch essentiell durchs Leben bringt, fällt dir zunehmend schwerer.

Ein bisschen erinnerst du mich an eine Wohnung, die nach und nach leergeräumt wird. Aufgelöst. Eine Wohnung, aus der ständig eine weitere Kiste herausgeschleppt wird, eine Wohnung, in der man lange gelebt hat, in der man viel erlebt hat, die aber leergeräumt nicht viel mehr als Fassade ist, eine Anhäufung von x-beliebigen Räumen, eine Wohnung von vielen. An Tagen wie dem diesen frage ich mich, was wohl noch in der Wohnung drin steht. Wie viel noch abgeholt werden muss, bevor das Licht ein allerletztes Mal ausgeschaltet wird. Bevor die Tür ein allerletztes Mal ins Schloss fällt. Ich habe Angst, dass es nicht viel mehr als das Kaffeeservice oder die Fußmatte sein kann. Ich habe Angst vor der Schlüsselabgabe.

Wenn ich gehe, dann drehe ich mich immer nochmal um, sehe dich länger an als sonst. Nie schaust du zurück, bist in deiner eigenen Welt, gefangen ohne Ausweg, ohne Perspektive. Ich sehe dich trotzdem an. Weil es jedes Mal das letzte Mal sein könnte. Auch wenn es nicht diese Erinnerungen sind, die ich mit mir trage, die ich preisgeben werde, wenn mich meine Kinder mal nach dir fragen. Trotzdem sind diese Erinnerungen wichtig. Sie haben mich in den letzten Monaten reifen lassen, alles ein bisschen zurechtgerückt. Das was wirklich zählt in den Lichtkegel geschoben. Mich stärker gemacht. Mir gelehrt, dass wir eine Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen gemacht haben. Ich bin bereit, für alles, was da noch kommen mag. Selbst wenn es das Schlimmste ist, was auf uns wartet. Selbst wenn der Punkt, an dem es kein Tiefer, kein Schlimmer, kein Zerreißender mehr gibt, selbst wenn dieser Punkt noch eine lange Reise von uns allen entfernt liegt. Ich bin bereit. Ich bin da. Du kannst auf mich zählen.

(Bild via.)

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