Der Winter ist da.

Der Winter ist sowas von da und er deprimiert mich. Im Winter schreibe ich tendenziell am wenigstens – und wenn, dann klingt es verbittert oder todtraurig. Stattdessen schaue ich zu viele schräge Serien (mit der ersten Staffel Fringe bin ich durch, jetzt flackert Jericho über den Fernseher und dann die sechste und allerletzte Staffel Lost, die mich vermutlich umbringen wird), lese alles mögliche durcheinander (im Moment Harry Potter 4 auf Englisch, eine Sammlung mit Kolumnen von Sarah Kuttner, „Mit nackten Händen“ von Simonetta Greggio und noch ein paar andere…) und zelebriere erkältet meine Lethargie.

Jedes Jahr fühle ich mich aufs Neue um den Herbst betrogen. Die bunten Blätter sind verschwunden, bevor man sie sich überhaupt an  ihnen satt sehen konnte, geschweige denn gewöhnen. Aber vielleicht ist der Herbst für mich nur so ein flüchtiger Geselle, dass ich ihn jedes Jahr so bitterlich herbeisehne und viel mehr genieße als jede andere Jahreszeit?

Aber es wird besser, muss besser werden. Die Klausurenphase steht vor der Tür und will hinter sich gebracht werden. Und ansonsten habe ich mir einige Dinge vorgenommen: Zum Zahnarzt gehen und zum Friseur, vegetarische Pizza machen und Kekse backen, großes Ausmisten, und zuletzt und vor allem: Mehr schreiben. Unbedingt mehr schreiben. (Die Ideen sind da, aber die Muße fehlt. Zeitverschwendungsverlockung ist mein größter Feind.)

Und bald ist dann auch schon Weihnachten überstanden und ich darf mich auf ein neues Jahr freuen. Auf ein Jahr, das vielleicht noch ein Stück besser ist – die letzten Jahre waren jedenfalls in irgendeiner Form immer ein bisschen besser als die jeweiligen Jahre zuvor. Und noch fühlt sich dieses Jahr nicht im Entferntesten an wie der Zenit. Erträglichkeit kann und darf einfach nicht der Zenit sein. Ein bisschen mehr darf ich hoffentlich erwarten.

(Bild via.)

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3 Comments

  1. Das ist seltsam, irgendwie kann ich mich hier mit so vielem identifizieren. Das mag am gleichen Alter, den gleichen Interessen liegen. Jedenfalls trauere ich diesem flüchtigen Herbst auch sehr hinterher und würde diesen Jahr zu gerne noch ein wenig in die Länge ziehen, weil diesem der persönliche Höhepunkt fehlte.

  2. Der Winter bringt aber auch immer eine Depression mit sich, das ist kaum zu glauben. So wahr, was du schreibst. Ich vermisse den Herbst auch, selbst den Matsch. Dabei mag ich Schnee, wenn die Kälte nur nicht wäre.

    Und besser als erträglich muss es auf jeden Fall werden, hoho.

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