Und es ist Sommer.

Zum ersten Mal in diesem Jahr Sonnencreme benutzen und dann feststellen, dass sie im April abgelaufen ist. (Welche Sonnencreme läuft denn bitte im Frühling ab? Und dann auch noch in einem Frühling voller Schnee und dicken Wollsocken, Kakao und Bettdeckengeraschel.) Die Red Hot Chilli Peppers wieder im Radio begrüßen. Unbedingt Argentinien rauskicken wollen, genau wie 2006, in diesem umwerfenden Fußballsommer. Viel zu große Deutschlandfahnen zieren winzige Kleinstadtbalkone. Man hetzt Lehrern hinterher, um seine letzten Klausurergebnisse zu bekommen und die ersten zerschlissenen Schulbücher zurückzugeben. Überall Mohnblumen draußen. Das erste Mal bei offenem Fenster und hochgezogener Jalousie schlafen und um vier Uhr wachwerden und die Sonne beim Aufgehen beobachten. Die Bettdecke wegtreten. Schreiben, schreiben, schreiben. Nektarinen und Kirschen, Erdbeeren und Wassereis. Schwitzende Jogger und Radfahrer auslachen und bewundern, zeitgleich. Geld sparen, kein einziges Buch im Juni kaufen, aber auch nur zwei lesen. Grillen. DVD-Nächte, inklusive bleierner Sommermüdigkeit. Die große Freiheit. Jetzt.
Und irgendwie bleibt man doch das Herbstmädchen, das sich nach nichts mehr sehnt als nach den ersten roten Blättern und einem warmen Spätsommerregen. Und beigen Wollpullovern und Ringelsocken.

(Bild via.)

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