Die Sache mit der Sache.

Es ist schön mit euch, das muss ich euch dringend mal wieder sagen. Ich liebe euch für die Kommentare, die ihr mir hinterlasst, für die E-Mails, die ihr mir schreibt, die Unterstützung, die mir zuteil wird. Gerade die Sache mit den geklauten Blogeinträgen hat mir gezeigt, was ich an euch habe – und dass es wichtig ist, Dinge anzusprechen. Nico, der Blogger, der meine Texte ungefragt verwendete, hat die Postings gelöschst und sich entschuldigt. Wie ehrlich diese Entschuldigung war, ist mir an dieser Stelle egal – es ist gut, dass er die Texte entfernt hat und für mich hat sich die Sache damit, da ich nicht davon ausgehe, dass er diesen Fehler ein zweites Mal machen wird. Vielleicht hat er aus der Sache ja sogar irgendeine Lektion gezogen, die ihm für seinen weiteren Lebensweg irgendetwas bringt. (Ja, manchmal kann ich grenzenlose Optimistin sein, jeder Sache etwas Positives abgewinnen.)

[…]

Ich werde immer mal wieder gefragt, was es eigentlich mit dem Buchprojekt auf sich hat, an dem ich gerade arbeite. Ich muss vorwegschicken: Ich habe bislang noch nichts veröffentlicht, jedenfalls keine Fiktion. Ich schreibe schon seit meinem siebten Lebensjahr, viel, gerne und für das jeweilige Alter auch immer recht gut. Ich weiß, dass da immer noch Entwicklungsspielraum ist, dass meine Texte noch besser werden können, aber ich weiß auch, dass ich irgendwann, früher oder später, etwas an eine handvoll Verlage schicken werde. Im Moment steht das Grundgerüst für die Geschichte, die ich erzählen möchte, der Anfang, das Ende und einige wichtige Szenen im Laufe der Geschichte. Es geht um einen Roadtrip, um Sinnkrisen, Selbstverwirklichung und die Suche nach einem Platz im Leben. Es geht um Konflikte – komplexe Vater-Tochter-Differenzen, Probleme mit der eigenen sexuellen Ausrichtungen, Scheidungen und Todesfälle. Das klingt actionreicher und übertriebener, als es in Wirklichkeit ist. Meine Geschichten leben nicht von Handlungsdichte, sondern von stimmungsvollen Wortspielereien. Ich bin keine J.K. Rowling oder Stephenie Meyer. Bei mir gibt es nichts Übersinnliches zu holen, bei mir gibt es die Realität, Themen, mit denen wir uns befassen sollten, Momentaufnahmen, Kopfkino.

Ich bin keine sonderlich fleißige Schreiberin. Ich schreibe dann, wenn ich gerade Lust habe – was meistens ist, wenn ich überhaupt keine Zeit habe. Ich will mehr schreiben, unbedingt, aber da ist so viel, was mich ablenkt – Bücher, die ich selbst gerne lesen möchte (so viele!), DVDs, die ich sehen möchte (fast genauso viele), Dinge, die erledigt werden wollen und Menschen, die sich auf mich verlassen. Aber bald habe ich Sommerferien und da ich zu den Menschen gehöre, die am allerbesten morgens arbeiten können, werde ich während beim Frühstücken schreiben und wenn die Post kommt, wenn die Kinder aus meiner Straße zum Kindergarten gebracht werden und die ersten Vuvuzelabläser, die auch Schulferien haben, zur Bestform auflaufen. Ich kann am besten dann schreiben, wenn es draußen warm ist und das Fenster offen ist, wenn das Kleinstadtleben in geregelten Bahnen verläuft und ich die Ruhe habe, in eine Welt abzutauchen, die ich erfunden habe. Eine Welt, die keine bessere ist als die, in der wir leben. Aber auch keine schlechtere. Abtauchen in eine reale Welt.

(Bild via.)

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3 Comments

  1. so geht es mir mit dem schreiben auch..man hat einfach nie genug zeit, richtig damit anzufangen. zwischendurch mach ich mir höchstens ein paar notizen, aber um dann wirklich einen text zu produzieren, fehlt mir einfach „die muse“- schreiben ist halt irgednwie auch anstrengender und mühsamer als lesen oder filme schauen…es ist kein hobby, was man „so nebenbei“ ausüben kann.
    hoffentlich klappt’s mit dem verlag irgendwann, der plot klingt interessant. ich würde das buch lesen wollen.

  2. Mir geht’s genauso. Wenn ich endlich mal Zeit zum Schreiben habe, kommen mir einfach keine Ideen. Aber genau in dummen Situationen, in denen ich die Ideen gerade nicht aufschreiben kann (zum Beispiel bei einer Prüfung oder wenn ich schon mehr oder weniger schlafend im Bett liege), quellt mein Kopf vor Einfällen beinahe über. Sprich: Gerade wenn ich nicht über meine Geschichte(n) nachdenke, kommt die erhoffte Inspiration 😉
    Ich bin zwar ein Morgenmuffel, aber ich schreibe auch gerne am frühen Morgen, besonders im Sommer. Da scheint zwar meistens die Sonne, aber es ist trotzdem noch angenehm kühl, sodass man das Fenster offen lassen und die leichte Brise genießen kann. Ansonsten arbeite ich auch gerne in der Nacht, im Sommer vorzugsweise von spät nachts bis Vormittag. In der Nacht ist nämlich alles so schön ruhig, und morgens ist, wie bereits gesagt, die Stimmung einfach wunderschön. In den Sommerferien gehe ich manchmal sehr früh zu Bett, damit ich zwischen zwei und vier Uhr wieder aufstehen und meine Lieblingstageszeit genießen kann 😉
    So, ich schreibe mal wieder viel zu viel, deshalb höre ich einfach mal auf 😉 Gruß und mach weiter so – deine Herbstrose

  3. „zum Beispiel bei einer Prüfung oder wenn ich schon mehr oder weniger schlafend im Bett liege), quellt mein Kopf vor Einfällen beinahe über. Sprich: Gerade wenn ich nicht über meine Geschichte(n) nachdenke, kommt die erhoffte Inspiration ;)“ Diesen Satz aus dem obigen Kommentar möchte ich bitte gerne unterschreiben. Grummel.

    Man muss sich echt einfach manchmal dazu zwingen, die Worte rauslassen.. wenn ich immer warten würde, bis ich kann (haha, Wortwitz), käme nie was dabei rum.

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