Gezeichnet, Mirka.

Lieber Nico T., lieber Jamksy, liebe Mirka von Lilienthal²,

ich bin kein besonders penibeler Mensch. Es ist vorgekommen, dass ich schonmal vergessen habe, woher ich ein Bild hatte und somit keine Quelle nennen konnte. Dann habe ich so Sachen geschrieben wie: „Die Quelle habe ich leider vergessen, das Bild ist nicht mein Eigentum“ oder „Wüsste ich doch noch, woher ich dieses umwerfende Bild habe“. So weit so gut.

Ich schrieb vor einer Weile einen ganz netten Vorstellungstext für meinen Blog, den man hier finden kann. Das war eine Sache von vielleicht zehn Minuten, was aber nicht bedeutet, dass das nicht mein geistiges Eigentum ist, oder? Wenn ich mir nämlich ansehe, wie oft du, lieber Nico T., oder wer auch immer du bist, meinen Text vervielfacht hast, frage ich mich schon irgendwie, ob ich was verpasst habe.

(Zum Vergrößern bitte anklicken.)

Da ich ja nicht meinen eigenen Text von dir zurückklauen will, bin ich doch mal so frei die Fundquellen anzugeben: Hauptstadtgeflüster, Mann vom Mars sein Blog, Jamsky sein Blog. Ich werde jetzt nicht auf die Grammatik in den Blogtiteln eingehen, aber ich finde sie eher unlustig. Dass du mich bei Twitter zu verfolgen scheinst, sieht man übrigens auch auf den ersten Blick – du zitierst so schön meinen Vorstellungspost rechts in der Blogleiste:

„Es hieß ‚Vereinsamter Blog in fähige Hände abzugeben‘. Ich kam, sah und legte los. Nico, 20, Visionär.“

Das Problem: Fähige Hände kann ich nicht erkennen, da irgendwie ich die ganze Arbeit zu machen scheinen. Ich bin die, die unwissentlich auf deinem Blog loslegte.

(Originaltext von Oktober 2008 findet ihr hier, das Bild habe ich irgendwo auch verwendet, glaube ich – du versäumst in deinem Blogeintrag übrigens anzugeben, dass das Bild weder von mir noch von dir, sondern von einem Tumblr-Blogger ist. Ich gebe sowas an. Deinen geklauten Blogpost findet man hier. Den Titel „The start of something new“, den ich damals auch verwendete, empfinde ich fast als hämisch – schließlich wird der Text bald schon zwei. „The start of something stolen“ wäre treffender gewesen.)

(Mein Original findet man hier, deine Fälschung dort.)

(Meinen Text findet man hier, deinen dort. An dieser Stelle zeige ich leises Interesse daran, warum du den letzten Satz entfernt und dem vorletzten zwei Punkte zusätzlich aufgebrummt hast. Ich fand meinen Text irgendwie vollständiger, so wie er im März war.)

(Meine Urlaubsgedanken legte ich hier dar, du legtest meine irgendwie weniger poentiert dort dar.)

(Im April wurde ich sentimental und philosophierte hier darüber, ob ich nicht vielleicht doch irgendwann eine Familie haben und Durchschnitt sein will, du kopiertest das dort ein wenig anders.)

(Meine Inspirationsquellen beschrieb ich hier, du meine dort. Deinem Titel würde ich allerdings noch gerne ein t am Schluss schenken. Im Übrigen hätte ich es klasse gefunden, wenn du an dieser Stelle erwähnt hättest, dass du dir deine ganze Inspiration eigentlich bei mir holst. Wäre irgendwie ehrenhaft gewesen.)

Hättest du meine Texte nur ohne Quelle veröffentlicht, hätte ich diesen Post hier auf meinem Blog nicht geschrieben, sondern dir sehr zivilisiert eine E-Mail zukommen lassen, mit der Bitte, doch die Quellen noch nachzureichen. Dann hätte ich dir keine unlauteren Absichten (Copyrightverletzung!!!) unterstellt. Aber, lieber Nico, du hast meine Texte verändert, sie für dich persönlich umgeschrieben. Irgendwann wurde ich mal bei Formspring gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, eines Tages als Ghostwriterin zu arbeiten, mein Talent unter anderem Namen zur Verfügung zu stellen. Weißt du, was ich da geantwortet habe? (Vermutlich weißt du das, da du ja so ziemlich alles zu kennen scheinst, was ich so veröffentliche.) Ich antwortete:

„Das schließe ich eigentlich zu 99,9 Prozent aus. Was ich schreibe soll mir gehören, da bin ich sehr eigen. Ich möchte nicht, dass sich jemand im Ruhm dessen badet, was ich mit meinem ganzen Herzblut geschrieben habe.“

Und das meine ich so. Was du da als dein Gedankengut ausgibst, das ist voll von meinem Herzblut. Dieser Blog ist mein Baby und ich bin eine dieser stolzen, verliebten Mütter, auch wenn das an manchen Stellen vielleicht verblendet ist. Wenn jemand mein Baby angreift, dann werde ich wütend.

Lieber Nico T., ich werde dich an dieser Stelle nicht freundlich darum bitten, die Texte von deinem Blog zu entfernen und Sachen sagen wie „Ansonsten sehe ich mich gezwungen einen Anwalt einzuschalten“. Darum geht es mir nicht, jeder hat schonmal ziemlich große Scheiße gemacht und das ist es irgendwie auch nicht wert. Ich möchte dir an dieser Stelle nur mit auf den Weg geben, dass das, was du da tust, unehrenhaft ist, gegen unausgesprochene Bloggerregeln verstößt, dich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Wenn Leute einmal wissen, dass du falsch spielst, dann werden sie deinen Blog auch nicht mehr lesen wollen, wenn du irgendwann wirklich eigene Texte schreibst. Das ist schade, falls du Schriftstellerisch selbst was drauf ist. Das ist blöd für dich, wenn du einfach nur dein Leben mit Lesern teilen möchtest. (Im Moment ist es ja nicht dein schriftstellerisches Leben, das du da ausbreitest, sondern meins. Und wenn du nichts dagegen hast, dann würde ich dieses Leben gerne behalten.)

Deine Mirka

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28 Comments

  1. die kopierereinen sind wirklich ziemlich dreist, darüber würde ich mich auch aufregen. leider wird geistiges eigentum häufig nicht so geachtet, wie es sich gehört.

  2. Ich hatte das Thema letztens erst. Da wurde z.B. eine Liste a lá „Was ich im Leben machen möchte“ 1:1 kopiert, obwohl da ganz individuelle Dinge drin standen und auch Vorstellungstexte wurden einfach so übernommen. Da ist man einfach nur schockiert, fühlt sich nackt und benutzt, vergewaltigt, hilflos, schutzlos. Wenn es übers „inspirieren lassen“ hinaus geht und ganze Teile kopiert und nachgemacht werden, dann bin ich wirklich fassungslos. Ich verstehe nicht, warum man sowas macht, wie man so unkreativ und dreist sein kann. Da will man dann am liebsten alles hinschmeißen.

  3. schöne reaktion, elegant gelöst. hoffen wir, dass der herr das auch liest – obwohl, das dürfte wohl nur eine frage der zeit sein, nicht wahr?

    (ich bin immer wieder erschüttert über die blödheit der leute. wie gesagt, man musste bloß einen tag anklicken, um auf seine(n) blog(s) zu stoßen.
    ich weiß, ich werde wohl vergeblich darauf warten, aber ich würde zu gern deine stellungnahme dazu lesen, jamksy – hast du ernsthaft gedacht, das fällt nicht auf?! vollpfosten.)

  4. Bin jetzt eher zufällig hier gelandet, und frage mich gerade, warum zum Geier, man quasi das Leben anderer kopiert? Ich meine, mir will sich einfach der Sinn nicht erschließen? oO

    Ganz seltsame Sache.

  5. Respekt, so muss man sich vor Kopierern verteidigen 😉 Ich finde es einfach respektlos, Sachen zu übernehmen, in die der jeweilige „Ersteller“ sehr viel Arbeit gesteckt hat – seien es ganze Homepages, Bilder, Texte oder was auch immer. Ich hoffe ja, dass Herr Jamksy das liest und es sich zu Herzen nimmt. Manche verstehen eben einfach nicht, dass auch nicht materielle Sachen jemandem viel bedeuten können.
    Gruß, Herbstrose

  6. kostenpflichtig auf unterlassung abmahnen, fertig.

    beweise haste ja, kein problem. (logfiles mit zugriffen von seit inklusive 2 jahren)
    kosten übernimmt die gegenseite, weil nichterfolg ist nicht abzusehen.

    ggf. anzeige wegen stalking prüfen lassen.

    (IANAL & dies ist keine rechtsberatung, ihr freundlicher anwalt nebenan hilft da gerne weiter.)

  7. Das ist das Problem all dieser ‚Ich-schreib-mal-was-mir-Buntes-durch-das-Köpfchen-geht‘-Blogs:
    Kein unberührtes Thema, keine Sensationen.
    Und dann denkt sich immer irgendein Hirnkastrat: Kopiere ich eben die Schreibe eines anderen.

    Dabei muss man sich nur auf Wörter und deren Aneinanderreihung verstehen, um aus einem gewöhlichen Blog ein Leseerlebnis zu machen.
    Traurig, dass manche es nicht einmal versuchen wollen.
    Liebe Grüße

  8. Wirklich gruselig. Aber so lange junge, wilde, freche Autorinnen mit gekl… äh, „inspiriert durch…“ Werken im Feuilleton auch noch dafür gefeiert werden, daß ihr toller Schreibstil dem Hause „copy & paste“ entstammt, ist da wohl keine Besserung in Sicht.
    Dieses arme Würstchen hier sollte mit seinen Visionen vielleicht wirklich zum Arzt gehen.

  9. Mit einem Blog exponiert man sich stärker, als einem zu Beginn lieb ist.

    Man freut sich über mehrere tausend Leser am Rekordtag.

    Man pusht den Blog über social media networks.

    Man spitzt die Feder weiter zu.

    Und plötzlich erhält man Post vom Anwalt eines öffentlich-rechtlichen Senders.

    Die einzig gangbare Lösung blieb die Installierung eines Login, mittlerweile abgeschwächt, so dass nur vereinzelte Artikel mit einem Passwort geschützt sind.

    Logins bei Blogs sind wie Stacheldraht auf der Prärie. Nicht sehr fein, aber manchmal unvermeidlich.

  10. Liebe Mika,

    ich möchte mich bei dir und den Lesern deines Bloges entschuldigen. Ich kann den Ärger von dir und deinen Bloglesern verstehen, da es nicht richtig war deinen Blog zu „kopieren“. Eine im nachhinein völlig sinnlose Aktion von mir. Es ist schade, dass dein super Blog und die tolle Zeit die ich mit dem lesen verbinde einen so negativen Beigeschmack bekommen hat. Ich würde dich bitte diesen Blogeintrag zu löschen, da es mir wirklich leid tut.
    Meinerseits wird natürlich der Blog gelöscht und alle damit geschrieben Einträge verschwinden.

    MfG. Jamksy

  11. Ich würde den Blogeintrag trotz seiner Entschuldigung nicht löschen. Manchmal muss man eben mit den Konsequenzen seines Handelns leben – da ist er ja wohl selbst Schuld.

  12. Nein Beitrag nicht löschen. Einfach mit einem Zusatz versehen. )Blogger hat sich entschuldigt, Inhalte gelöscht und damit ist die Sache gegessen.= L#schen ist in sofern doof, weil ein Blog ja auch eine Geschichte hat, die sich in den Artikeln entwickelt. Und zum kompletten Bild gehört auch diser Artikel

  13. Die Plagiate zu löschen, war die noch beste Reaktion, die du zeigen konntest, Nico.

    Auch wenn ich trotzdem noch eine Menge Verachtung dafür überhabe.

    Hut ab, Mirka!

  14. Solche Leute wie der Nico sind doch das letzte. Wie kann man nur einen Blog wie den eines anderen gestalten und fast dieselben Texte, Überschriften usw. verwenden? Dann ist es doch gar nicht mehr das eigene Blog, sondern nur eine billige Kopie von jemand anderem.

    Ich versteh sowas echt nicht. Man bloggt doch, um anderen seine Gedanken, Gefühle und Erlebnisse mitzuteilen. Da kann man doch nur eigenes posten und nichts von jemand anderem klauen. Unmöglich, sowas.

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