So recht wissen wir ja beide nicht, wie wir es hierhin geschafft haben. Wie wir zu den Menschen geworden sind, die wir heute sind. Zu diesen Menschen mit dem Safe mit der Zahlenkombination unseres Hochzeitsdatums hinter dem Monet. Zu diesen Menschen mit dem gemeinsamen Zahnputzbecher, in dem unsere Zahnbürsten stehen, die wir immer im Zweierpack kaufen. Zu denen, die gemeinsam kochen und nur einschlafen können, wenn sie wissen, wo der andere gerade ist – vorzugsweise auf der anderen Seite des Bettes. Wir haben eine Lebensversicherung und einen Golden Retriever, zwei Kinder und eine Wohnküche. Wir haben eine Jahreskarte für den Freizeitpark, obwohl dir jedes Mal schlecht wird, wenn du in eine Achterbahn steigst. Du bist das Netz mit doppeltem Boden und immer wenn ich falle, dann fängst du mich auf. Du fragst mich oft, was ich gerade denke, obwohl du es immer weißt. Weil du mich kennst. Manchmal ist es anstrengend mit dir, wenn ich über deine Schuhe falle, die ich nicht sehen kann, wenn ich im Dunkeln das Haus verlasse, weil ich zur Arbeit muss, wenn du schon wieder vergessen hast, Toilettenpapier zu kaufen und es dir erst auffällt, wenn es schon zu spät ist, um noch in einen Supermarkt zu gehen, wenn du Paul zum Ballett fährst und Lene zum Fußball und die beiden es lustig finden, dich nicht auf den Irrtum hinzuweisen.

Als wir uns kennen lernten, da waren wir Menschen mit Träumen. Die Welt bereisen, reich werden, das Leben spüren. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es etwas geben könnte, was uns ändern, was uns erden könnte und dann sahen wir uns in die Augen und es war klar. Wir taten einen Schritt nach dem anderen und gelangten dahin, wo wir heute sind, wurden zu den Menschen, die wir sind. Die wir gerne sind.

Wir mögen nicht viel wissen oder die Welt zu einer besseren machen, aber unsere Liebe gibt uns Hoffnung. Ich hätte nie gedacht, dass das eines Tages reichen würde, aber es ist so: Deine Liebe reicht mir. Ich will nicht Höher, Weiter, Mehr. Da wo ich bin, bin ich richtig. Ich bin angekommen. Das ist gut.

(Bild via.)

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7 Kommentare

  1. wow, ich lese schon eine weile in deinem blog, aber der letzte abschnitt dieses textes hat mich echt berührt. unglaublich toll. mehr davon!

  2. Kaum zu glauben, dass du dich noch nicht in dieser Situation befindest.. das sind für mich genau die Worte, die jemand wählen würde, der dieses Glück schon gefunden hat.

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