So sehr eins mit mir.

„Ich beschloß, ein heißes Bad zu nehmen.
Es muß eine Menge Dinge geben, gegen die ein heißes Bad nicht hilft, aber ich kenne nicht viele. Wenn ich so todtraurig bin oder so nervös, daß ich nicht schlafen kann, oder in jemanden verliebt, den ich eine Woche lang nicht treffen kann, sacke ich in mir zusammen, und dann sage ich mir: „Jetzt nehme ich ein heißes Bad.“
Ich meditiere im Bad. Das Wasser muß sehr heiß sein, so heiß, daß man den Fuß kaum hineinstecken kann. Dann läßt man sich ganz langsam hineingleiten, Zentimeter für Zentimeter, bis einem das Wasser bis zum Hals steht.
Ich kann mich an die Decke über jeder Badewanne erinnern, in der ich mich jemals ausgestreckt habe. Ich erinnere mich auch an die Wannen: die altertümlichen Greifenfußwannen, die modernen Sargwannen, die Designerwannen aus rosa Marmor, von denen man auf Zimmerteiche mit Seerosen blickt, und ich erinnere mich an Form und Größe der Wasserhöhne und an die verschiedenen Arten Seifenhaltern.
Nirgends bin ich so sehr eins mit mir wie in einem heißen Bad.“

– Sylvia Plath, Die Glasglocke, Seite 26 –

(Bild via.)

Ich habe zwar gerade erst angefangen, aber ich glaube, ich liebe „Die Glasglocke“. Ich lese ganz langsam, weil ich mir vor Augen halten muss, dass dies Plaths einziger Roman ist…

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