Irgendwo dazwischen. Zwischen was auch immer.

Irgendwie habe ich das Gefühl, ich stehe vor irgendetwas, irgendetwas Großem, aber ich kann es nicht greifen, nicht festmachen. Ich schreibe schon fast mein ganzes Leben lang, aber ich hatte nie wirklich den Ehrgeiz, an einer Geschichte dran zu bleiben. Die einzige, die ich beendete, schrieb ich mit 7 Jahren und illustrierte sie mit sonderbaren Strichmännchenzeichnungen: „Frau Schwein kauft ein“ hießt das ‚Meisterwerk‘. In meinem Kopf tanzt eine unscheinbare und zugleich ziemlich eindrucksvolle Romanidee Tango und ich würde gerne anfangen zu schreiben, doch setze ich mich dran, entgleitet mir alles auf sonderbare Art und Weise und ich werde frustriert. Ich laufe unruhig in meiner Wohnung auf und ab, schaue zu viele Krimis abends im Fernsehen oder versacke gar vor Soaps, fahre einkaufen, reiße Fenster auf und knalle sie wieder zu, verschränke meine Arme und schüttele entnervt den Kopf, diskutiere mit meinen Mitmenschen über Dinge, die mich nur am Rande interessieren oder gar nicht, bin so unglaublich müde, dass ich einfach keinen Schlaf finden kann und hätte gerne einfach einen Moment Ruhe in meinem Kopf. Die letzten Monate waren nicht ganz einfach. Irgendwann fing alles an ein wenig selbstzerstörerisch zu werden, aber es ist fast durchstanden, ich bin kurz davor, das Schild „Endspurt – nächste Ausfahrt“ zu erreichen. Jetzt heißt es einfach nur noch lächeln, durchhalten, volle Kraft voraus.
Und wenn es Frühling wird, dann werde ich dieses verdammte Buch schreiben.

(Bild via)

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8 Kommentare

  1. Freitag Mittag saß ich wie immer in der S-Bahn und mir kamen auf einmal verrückte Ideen in den Sinn – ich hatte allerdings keinen verdammten Stift zu Hand um sie aufzuschreiben.

    Von daher werde ich wohl warten müssen, bis sie wieder aus meinem Unterbewusstsein hervorkriechen. Was mir nur zu meinem scheiß Teenager-Roman fehlt ist ein fester Fixpunkt, die Burg um die ich den Burggraben machen kann, die Mitte einer Uhr, die keinen Namen hat und von der alle Zeiger ausgehen.

    Werde es wohl wie du machen und auf den Frühling hoffen – und eins steht schon mal fest: »Axolotl« wird an keiner Stelle in meinem Buch vorkommen.

  2. „bin so unglaublich müde, dass ich einfach keinen Schlaf finden kann“ – das schreibe ich jetzt auf einen Post-it und pappe es mir an die Stirn. Meine momentanen Gedanken und Gefühle werden dadurch perfekt ausgedrückt.

    Und mit dem Schreiben… Ich kann gar nicht über etwas anderes schreiben, als über mich selbst. Das ist schlimm und das macht mich krank. Und wenn du es schaffst, nur über etwas anderes nachzudenken, als über dich selbst, dann ist das schon eine Menge und ich weiß, dass ich eines Tages ein Buch von Alex P. kaufen werde. Und dann muss ich bestimmt heulen.

  3. Kenne das. Ist ein Problem unserer Zeit, unserer Gesellschaft, unserer whatever. Ich kann mich oft schon nicht lange genug konzentrieren, um einen ganzen Zeitungsartikel zu lesen oder ein Buch zu schreiben.
    Blabla…ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen und wünsche dir das nötige Sitzfleisch für deinen Schinken 😉

  4. Wenn Stift und Papier fehlen, muss das Handy her, das man bestimmt bei sich hat. Zwar tippt es sich langsamer, als das Fetzen auf das Papier, aber wenigstens etwas, womit man etwas festhalten kann.

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