Manchmal hat man das Gefühl, alle laufen in die gleiche Richtung. Alle besuchen die gleichen Parties, kennen exakt die gleichen Leute, lachen über die gleichen Witze, die man nur versteht, wenn man dazugehört. Auf der einen Seite sind da „Alle“ und auf der anderen Seite, tja, da ist man selbst.
Man selbst steht dazwischen, sitzt dabei, ist aber irgendwie nie mehr als Beobachter. Die, die schon als Kind sonderbar war. Zu viele Bücher, zu viele Worte im Mund, zu viel Ernsthaftigkeit in den Augen, zu viel Meinung, zu wenig konform. Die, die mit 6 Jahren ihren Mitschülern auf desillusionierende Art und Weise mitteilte, dass es das Christkind nicht gibt und die Mütter die Geschenke bringen. Die, die von Anfang an fand, dass Zac Efron wie ein überzüchteter Welpe aussieht. Die, die Schnee hasst und Kälte und im Winter am Liebsten den ganzen Tag im Haus säße. Die, die über hysterische Teenagerromanzen leise lächelt und die Tage zählt, bis sie wieder vorbei sind und die eine große Liebe gegen die nächste ausgetauscht wird. Die, die die Tage zählt, bis sie das Kapitel Schule endlich zu Ende schreiben und ein neues Buch beginnen kann.
Emotional irgendwie ein wenig wie ein zerknautschtes Bettlaken, das nie ordentlich sein wird, aber eine wohlige Zufriedenheit ausstrahlt. Solange man alles hat, was man braucht, Bücher, DVDs, ein paar Menschen mit Meinugen, die mit einem diskutieren, ist man glücklich. Voll bettlakiger, wohliger Zufriedenheit. Aber Bettlaken sind langweilig. Bettlaken sind irgendwie nicht in Mode. Kümmert es das Bettlaken? Nein. Kümmert es einen selbst? Nein, irgendwie nicht. Aber das sehen die meisten nicht, weil sie davon ausgehen, dass alle so sehr dazugehören wie sie selbst – oder zumindest: So sehr, wie sie es von sich selbst glauben, dass sie es tun…

(Bilder via)

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5 Comments

  1. Und was ist, wenn die anderen glücklich sind, so zu sein? Wenn sie nur das wollen, wenn sie lachen wollen, auf den Partys das Leben ausprobieren wollen? Dann sind sie genauso gut wie du. Besser vielleicht. Weil sie es tun und nicht richten. Weil sie Schmetterlinge im Bauch habe und wissen, wie es ist, Fehler zu machen. Wenn man selbst angenommen werden möchte, wenn man akzeptiert und geschätzt werden will, muss man versuchen, das selbe mit den Menschen um sich herum zu probieren. Denn man ist nichts Besseres, nur weil man zu elitär für Bier ist.

  2. (So. 20 Minuten später bin ich zur Vernunft gekommen. Es ist deine Sache. Deine Gedanken. Und Kommentare wie meinen gerade eben hasse ich selbst sehr.)

  3. naja Elitäre Ebenenspunghaftigkeit ist in dieser Welt nichts neues. Ein Produkt des Sozialen Verständnisses und der Gemeinschaftlichkeit hier draußen. Eine Art zu denken um sich selbst zu schützen, zu verteidigen und sich zu rechtfertigen. Cogito ergo sum war einmal, Cogito ergo sum potior ist in. Sind Gedanken nicht diskussionswürdig? Sind Gedanken nicht auch mal da um gesagt zu werden, um darüber zu sprechen?.. Eine Socke verschwindet in der Waschmaschine auch immer nur, damit man nach ihr suchen kann, sich mit ihr beschäftigen muss. Bettlaken sind Gegenstände, die die Menschen wollen. Sie wollen nicht direkt auf der Matratze liegen sondern eine wohlfühlende schicht dazwischn, ein unabdingbarer Gegenstand und doch so klein, dass man ihn leicht zusammenfalten kann und austauschen kann.

  4. Kenn ich. Besser als gut. Wenn man zwar auf Partys geht, aber im Endeffekt dasteht und beobachtet -’sometimes i dream where all the other people dance‘. Wenn man lieber in Büchern versinkt, als sich mit den aufgedrehten ‚ach so verrückten‘ Mädchen zu treffen, die glauben, das Leben besteht nur aus Jungs. ( Was sowieso ein wenig lächerlich ist- können Jungs einen denn retten? Machen sie einen auf einmal zu einem glücklichen Menschen, wenn man vorher keiner war? Kommen sie in dein Leben wie ein Tsunami, der all die Probleme wegspült?)
    Nein, ich möchte nicht beliebt sein.
    Ich möchte auch nicht, dass man zu mir aufblickt.
    Ich möchte viel viel lieber im Schatten stehen und die Leute beobachten, als im Licht zustehen und geblendet zu werden.
    Ich bin gerne ein Bettlaken!

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