Diese Momente, in denen…

Diese Momente, in denen die Verbitterung hochkocht und wir das Gefühl haben, sie steht uns direkt vor dem Hals, das Gefühl haben, wir müssen sie erbrechen, die Verbitterung. Es sind Momente, in denen wir unsere Gefühle zulassen, uns aber auch ein wenig für sie hassen. Weil man uns, schon seit unserer Geburt, beibringt, dass Verbitterung schlecht ist. Aber ist nicht jeder ein wenig vom Leben verbittert? Und sich für Hass zu hassen ist sowieso der falsche Ansatz. Hass ist ein Gefühl und Gefühle müssen existieren dürfen, weil sonst irgendwann auch Liebe lästig wird, wäre sie das einzige Gefühl, das es geben dürfte. Und es ist bekannt, dass Gutes im Überfluss nicht gut sein kann, weil wir eben auch Erfahrungen brauchen, die uns auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Und Gefühle sind die wichtigsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann. Wir erinnern uns oft noch Jahre später daran, was wir in einer bestimmten Situation gefühlt haben, haben aber keine Ahnung, was unser Gegenüber für einen Pullover trug. Gefühle sind wichtiger als Äußerlichkeiten. Und das ist auch gut so.

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1 Comment

  1. Das ist so ein wunderschöner Text, und einfach Wahrheit pur!
    Würden wir zwischen Liebe und Hass unterscheiden können, wenn wir nicht mit Liebe und Hass konfrontiert wären?
    Es gibt gesunden, rechtgefertigten Hass, z.B. der Hass gegen die Pädophilie oder Tierquälerei. Solch ein gesunder Hass befähigt uns dazu, uns von falschen Taten so gut es geht fernzuhalten, Fehler zu bereuen, uns zu bessern.

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