Ein schmaler Grat.

Entweder erzählt man uns als Kindern,
wir könnten alles schaffen.
Oder man erzählt uns,
wir würden ja doch nur scheitern.

~

Ich weiß nicht wirklich, welcher Erziehungsgedanke sinnvoller ist.
Natürlich sollte man seinen Kindern zeigen, dass man an sie glaubt, aber
muss man sie nicht auch darauf vorbereiten, dass das Leben grausam sein kann?
Dass nicht alle sanft mit einem umgehen werden? Man zu kämpfen hat?
Immer wenn ich mir diese völlig verweichlichten Kinder ansehe,
werde ich wütend. Auf die Eltern, nicht auf die Kinder.
Wenn Eltern ihre Kinder mit einem Hang zum Größenwahn erziehen,
dann steht dem Kind ein ziemlich hartes Leben bevor, davon bin ich überzeugt.
Ein ebenso hartes Leben wird ihm aber auch bevorstehen,
wenn es unterdrückt, unterschätzt und klein geredet wird.
Zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ ist oft nur ein sehr schmaler Grat.
Und ich habe nicht das Gefühl, dass ich den finden könnte.
Ein Kind braucht Flügel, aber manchmal müssen diese flugunfähig gemacht werden.
Ich glaube, ich will keine Kinder.
(Bild via)
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3 Kommentare

  1. Wichtig ist es, dem Kind zu vermitteln, dass DU in es vertraust, dass DU an es glaubst, dass DU zu ihm stehst und dass DU es nicht (unnötig) in seinen Möglichkeiten beschneidest indem Du es überelterst oder begluckst.
    Du musst es nicht zu einem Halbgott hochstilisieren, aber auch nicht emotional zurechtstutzen. Begleiten und unterstützen und – falls nötig – auch mal auffangen. Fördern und (sanft) Fordern. Facettenreiche Angebote machen, ihm ermöglichen, dass es sich und seine Möglichkeiten ausprobiert um dann zu schauen, was ihm Spaß macht und was es gern tut.

    Natürlich musst Du ihnen auch sagen, dass nicht immer alles läuft wie es soll. Jemanden mit falschen Vorstellungen ins Leben zu schicken ist töricht und fahrlässig.
    Chancen, Talente und Möglichkeiten früh zu kastrieren (weil das Kind sonst nicht in die ihm zugedachte und bereits durchgeplante Reißbrettsteilkarriere passt) ist falsch.

    Ich stelle es mir nicht so schwer vor den richtigen Weg zu finden, will aber auch keinen Nachwuchs.

    Als Eltern hat man sowieso nur die Chance, alles falsch zu machen (aus Sicht der Kinder, denn die allermeisten wollen später „alles anders machen als meine Eltern es getan haben“), dann kannst Du es auch möglichst liebevoll und hilfreich falsch machen.

    Erstaunlicherweise stelle ich öfter fest, dass Frauen, die nicht von sich behaupten, in diesem Punkt die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, potentielle Partnerinnen wären, mit denen ich mir vorstellen könnte…

    Und das mir!

  2. Hmm, ich kann nur von mir selbst sprechen, sozusagen ein Beispiel. Meine Eltern haben mir immer gesagt: „Wenn du etwas wirklich willst, wirst du es schaffen.“ Also quasi dieses „Du kannst alles schaffen…“-Ding. Und ich kann – ganz ehrlich – von mir behaupten, dass ich nicht verweichlicht bin und auch nicht war. Ich denke nicht, dass das Leben einem härter vorkommt, wenn man von vornerein weiß, dass nicht alles geht (oder, übertrieben, dass nichts geht), es gibt einem vielleicht einfach nur den Mut, neues auszuprobieren. Daran zu glauben, dass es schon irgendwie wird. Mit diesen Gedanken überstehe ich noch heute unangenehme Situationen.

    Wenn ich hingegen meinen Freund sehe, der sein Leben lang von seinen Eltern kleingehalten wurde, dann werde ich wütend. Weil er nicht an sich glauben kann und denkt, dass er kaum etwas schafft. Ich finde es furchtbar, Kindern so etwa szu sagen. Wie sollen sie sich dann jemals etwas zutrauen?

    Man sollte Kindern nicht die Flügel stutzen. Man sollte ihnen Flügel geben und Wurzeln.

  3. …ich hoffe es ist okay, dass ich einen eigenen blogeintrag geschrieben und dich darin verlinkt habe? du hast in mir quasi einen „stein ins rollen gebracht“. danke dafür! 🙂
    ich komme auf jeden fall wieder vorbei.

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