Der Kommentar zum Kommentar.

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Eigentlich sollte es „nur“ ein Kommentar zu dem Thema sein, über das ich nicht weiter schreiben wollte. So wie bei eigentlich allem, was ich schreibe. Ich schreibe kurzweilig – Anekdoten, Kommentare, Bewertungen, Impressionen. Ich bloge nicht, um Applaus zu bekommen. Ich blogge, um meine Gedanken ordnen zu können. Ich habe wirklich ein ziemlich angenehmes Leben – und ich würde auch nie etwas Gegenteiliges behaupten. Meine Familie ist mehr oder minder intakt, meine Mutter ist in manchen Momenten sogar eine tolle Freundin für mich, wir haben ein schönes Haus, ich habe genug Geld (für das ich im Übrigen zu großen Teilen auch selbst arbeite), meine Schulbildung ist gut und baut mir Brücken für später, ich habe immer die nötige Liebe, die ein Kind braucht, um gut heranzuwachsen, bekommen. Ich bin „straight edge“, weil ich gesehen habe, was Alkohol aus Menschen machen kann, nicht weil mir persönliche schlechte Erfahrungen dazu geraten haben, um nicht abzurutschen. Weil ich nichts mit Alkohol anfangen kann. Ich weiß auch nicht genau, warum ich den letzten Post geschrieben habe. Vermutlich einfach nur, weil man in einer Kleinstadt oft schräg angeguckt wird, wenn man nicht trinkt und nicht auf Parties geht. Weil man schräg angesehen wird, wenn man anders ist. Entweder findet man sich damit ab. Oder nicht.

Aber ich finde es gut, auch eher negative oder sehr kritische Kommentare zu bekommen. (Danke Marlén. ; )) Weil man als Blogger so Raum hat klarzustellen, was der eigene Blog nicht sein soll. Mein Blog soll keine Lebensgebrauchsanweisung sein (Himmel, die hätte ich manchmal selbst gerne!) – ich bin 16, manche meiner Leser vieleicht dreimal so alt. Der Blog soll Gedanken wiedergeben, aber kein Tagebuch sein, weil ich finde, mein Leben hat auf einem Blog nicht viel verloren. Und ich dafür vermutlich auch in größten Teilen nicht interessant genug. Das, was ich auf Twitter schreibe, ist Situationskomik, Selbstironie. Wenn ich über meine Grippe jaule, als würde ich sterben, ziehe ich mich damit selbst ins lächerliche – ich will keineswegs den Kopf getätschelt bekommen und fünfzehn „Wird schon wieder“ zu lesen bekommen. Antworten wie „Was sollen wir bei deiner Beisetzung tragen?“ sagen mir da schon eher zu. Mein Blog soll keine Selbstbeweihräucherung sein, indem ich behaupte, mein „Lebensentwurf“ wäre der einzig richtige. Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch hat eine andere Geschichte, jeder Mensch einen anderen Charakter und andere Träume und Wünsche. Dass mein Blog manchmal sehr schwarz-weiß ist, mag sein. Weil er eben meine Meinung widerspiegelt und nicht die der Allgemeinheit. Ich vertrete michhier schriftlich selbst – will mich aber nicht rechtfertigen für das was ich schreibe. Wenn es so wirkt, als bestünde mein Leben nur aus Wünschen, Träumen, Idealen und Mode, dann wirkt es eben so. Aber eigentlich zählt es doch nur, dass ich damit glücklich bin, oder? Und so viel verrate ich: Mein Leben ist doch mehr. Wirklich. Und wer meinen ganz persönlichen als falsch empfindet, der muss hier nicht mitlesen. Aber er kann.

Zusamenfassend: Mit meinem letzten Post wollte ich einfach nur sagen: Ich bin Straight Edge. Punkt. Mehr nicht. Hinter meinen Worten steckt nicht immer eine tiefere Bedeutung, nur eine Meinung. Meine.

(Bild via flickr9)

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3 Kommentare

  1. Lexi ich wollte dir auch nicht dazwischenquatschen oder irgendwas in den Dreck ziehn.
    Ich wollte dir nur damit sagen, ich halt dich für nicht ganz dumm und bin der Meinung das du, wenn du etwas über deinen Horizont hinaus schauen würdest, vielleicht nicht ganz so vorurteilen würdest.
    Versteh mich nicht falsch, ich bin genauso ein Schubladenmensch und ich seh mich auch als sehr Menscheninkompatibel, aber es ist doch ziemlich einfach, sich und seine Lebensweise als GUT und die andere als asozial oder unintellektuell darzustellen. Und der erste Schritt zu dieser Darstellung ist nunmal dieses einseitige Denken- welches du dir vielleicht abgewöhnen solltest ums irgendwann nochmal wirklich als Journalistin zu schaffen. Denn das Potenzial hast du.

    Lieben Gruß
    Marlén

  2. Danke nochmal für deine Meinung. Ich glaube auch, dass wir schnell zu einseitigem Denken neigen. Und das tun leider auch sehr viele Journalisten. (Gerade erst wieder in einem Artikel über den Ramadan dreier Fußballer des FSV Frankfurt bemerkt, in dem der Journalist dem Verein gleich Fremdenfeindlichkeit vorwarf, nur weil er die Spieler abmahnte, weil sie den Verein nicht über das Durchführen des Radaman informierte. Für mich ist dieses Abmahnen mehr oder weniger verständlich, da der Körper eines Leistungssportlers unter Flüssigkeits- und Nahrungsverweigerung bis zum Sonnenuntergang gewiss leidet und das beim Training durchaus gefährlich werden kann…) Als Journalist sollte man objektiv sein und nicht hinter allem gleich eine Verschwörung vermuten, sonst wird man zu leicht zum Enthüllungsjournalistin und landet schlussendlich bei der BILD, die ja bekannt lich immer “zuerst mit dem Toten sprach”.
    Aber zurück zum Thema: Ich glaube, das große Problem von uns Bloggern ist einfach, dass wir schnell so wirken, als wäre unsere Form des Lebens die einzige, die wir für gut heißen – weil wir eben nur über diese Form bloggen können, da es oftmals schwer ist, sich in andere Perspektiven hereinzuversetzen, wenn man mit deren Lebensform so wenig zu tun hat. Und Worte wirken oftmals viel ernst gemeinter oder härter, als sie es in Wirklichkeit sind. Weil man beim Geschriebenen niemandem ins Gesicht blickt, der das Gesagte mit Gefühlsregungen quittiert und weil man einfach seinen eigenen Gedanken freien Lauf lässt, was schonmal am Ende eines Beitrag in etwas völlig anderes mündet, als eingang geplant.
    Meine doch eher bissige Art hat mir im Internet schon das eine oder andere Mal Querelen beschert – dazu zähle ich deine Kommentare gewiss nicht, ich bin froh, dass du sie geschrieben hast und freue mich natürlich auch weiterhin über deine Meinung auf meinem Blog, da man gerade an Kritik wächst, wenn man fähig ist, sie anzunehmen, zu überdenken und gegenfalls aus dieser Kritik einen Rückschluss für das künftige Wirken als Blogger finden kann.

    In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Abend!

  3. Ich werd dich auch weiterhin fleißig lesen, wie gesagt, du hast ja Potenzial. Übrigens wär es einfacher wenn du nur 1 statt vier Blogs hättest *lach*
    Aber Gegenwind wirst du von mir zu erwarten haben manchmal 😉
    Ich wünsch dir auch noch nen schönen Abend.

    Gruß
    Marlén

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