Die Illusion einer Motivation.

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Was das Leben ausmacht, sind nicht die Ziele,
sondern die Wege zum Ziel. Peter Bamm

Kennt ihr das auch? Diese Illusion der Motivation? Die Fünf-Minuten-Motivation? Eine Motivation, die kaum das Zuendedenken des Motivationsgedankens überdauert? Mein Leben ist ein einziger Friedhof solcher Ilussionsmomente. In meinem Kopf klingt die Idee, etwas anzupacken, etwas zu verändern, etwas zu erneuern, immer so … wundervoll. Erstrebenswert. Grandios. Und dann, wenn ich mich von der Couch erhebe, um „etwas anzupacken“, ist die Motivation weg, ich lasse mich wieder fallen, vertrödele die Zeit am Computer, vor dem Fernseher, mit einem mittelmäßigen Buch, beim Schreiben von Geschichten, die ich doch eher selten vollende und die aus diesem Grund wohl nie veröffentlicht werden. Mein Problem ist, dass ich nie mit genug Ehrgeiz an banalen Dingen arbeiten kann. Wenn es darum geht, irgendetwas Großes, Neues zu erschaffen, dann bin ich die erste, die mit ihrer Begeisterung und Motivation nicht hinter den Berg halten kann, aber wenn es darum geht, die Schmutzwäsche in den Keller zu bringen, das Schlafzimmer zu putzen oder die leidigen Matheaufgaben zu lösen, dann wünsche ich mich gedanklich ganz weit weg. In eine Welt fern jeglicher Verantwortung, einzig lebend für den Moment, für Dinge, die ich gerne tue, für ein Leben ohne Gedanken an die Zukunft. Aber das funktioniert nicht. Weil ich mich irgendwann entschied, einer dieser zukunftsorientierten Menschen zu sein, der ungefähr weiß, wo er in zehn oder fünfzehn Jahren sein will, was er mit 40 erreicht haben möchte, was er sich vom Leben erhofft. Und dennoch scheint es kein Allheilmittel gegen Motivation, die einem wie Sand durch die Finger rinnt, zu geben, keine Möglichkeit, die Motivation bei sich zu behalten.
Bei mir scheitert auch vieles an der Perfektionistin in mir, die mich irgendwie blockiert. Ich überdenke alles so lange, bis ich das Gefühl habe, es perfekt machen zu können, aber dann finde ich den Absprung nicht. Den Absprung vom Gedanken zur Tat. Ich bin in der Schwebe. Seit Jahren.

(Bild via flickr)

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3 Comments

  1. Alex, der Post trifft es wirklich auf den Punkt genau. Ist bei mir ganz oft auch so. Ich habe aber gelesen, dass es psychologisch gesehen erwiesen ist, dass Perfektionisten viel öfter überhaupt nicht damit anfangen, eine bestimmte Sache zu tun, weil sie unbewusst Angst haben, sie könnte unperfekt werden. Das ist die eine Sorte von Menschen. Die anderen, die auch nichts anfangen, tun das im Gegensatz zu den Perfektionisten deswegen nicht, weil sie einfach zu faul sind.
    Ist interessant, wie man solche Typen analysieren kann.
    Aber schwierig wird es dann bei der Frage, welcher Typ man denn nun ist. Im Zweifelsfall kann man sich ja immer zu den Perfektionisten zählen, aber ich sage mal: Jeder Perfektionist ist auch einfach mal faul.
    Das Ergebnis ist ja leider das Gleiche bei beiden Typen: Die Sache, die angepackt werden will oder sollte, wird nicht angepackt.
    Und irgendwie kommt es bei so etwas ja doch nur auf das Ergebnis an.

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